Schluss mit der Sommerzeit

Ulli vor 4194 Tagen :: Kommentare (1)

Man mag es kaum glauben, dass an diesem Wochenende die Sommerzeit zu Ende geht. An Rhein und Ruhr herrschen an Seen und Fl?ssen dank der goldenen Oktobertemperaturen mediterrane Verh?ltnisse. Der Mensch genie?t die Sonne, und die Kreatur kommt nicht in den Winterschlaf. Jeder Tag, der so bleibt ist ein Gl?cksfall. Die Stra?encaf?s haben Hochbetrieb. Die gef?hlten Sommer-Sonnentage erfahren morgen durch die Zeitumstellung auch ein j?hes, amtliches Ende.
Aber dann taucht ein immer w?hrendes Problem auf. Uhren vor- oder zur?ckstellen? Ein Problem, das sowohl bei Frauen und M?nnern auftaucht, das muss auch mal gesagt werden.
"Nat?rlich vor, wir bekommen doch eine Stunde dazu..." klingt's zun?chst bis jemand mit gro?er ?berzeugungskraft genau das Gegenteil behauptet, und alle sind wieder verunsichert. Dann n?mlich entwickelt die Diskussion eine Eigendynamik.
"In der Sommerzeit ist es morgens immer heller, das kann man sich doch leicht merken, da steht man doch fr?her auf". "Ja, aber warum soll ich im Winter eher aufstehen, wenn es doch hell ist"? "Falsch, die Uhr wird zur?ckgestellt, damit es morgens wieder hell ist, wenn wir aufstehen". "Na klar, und weil wir eine Stunde dazu bekommen wird es auch abends sp?ter dunkel". "Nein, eher dunkel, weil es ja morgens eher hell ist".
Ihr merkt schon wie verwirrend sich das Ganze darstellen kann.
Nur um ganz sicher zu gehen: Die Zeitumstellung von Sommer- auf Winterzeit ist am Sonntag 30. Oktober 2005, um 03:00 Uhr MESZ. Die Uhren werden dann um eine Stunde zur?ck gestellt, die Nacht ist also 1 Stunde l?nger.
Dann aber beginnt das Hasten mit dem Uhrenumstellen. Akribisch arbeiten wir uns vor: erst die Armbanduhr, dann die K?chenuhr, der Wecker ist ganz wichtig, ja und dann haben wir auch schnell die anderen Uhren vergessen. F?r eine gewisse Zeit leben wir in Parallelzeiten. Die Autouhr f?hrt noch auf Sommerzeit, die am Recorder und auf dem Handy hat man auch schnell vergessen und die am Herd und an der Mikrowelle sowieso. Wohl dem, der nun eine Funkuhr sein Eigen nennen darf oder im Garten ?ber eine Sonnenuhr verf?gt ?lach.
Und in einem halben Jahr, da geht das Rennen wieder von vorne los, und manch Gl?cklicher hat die Sommerzeit ?ber den Winter gerettet und liegt dann wieder goldrichtig.
Euch allen ein sch?nes Wochenende mit "Herbst verkehrt" und einer gelungenen Zeitumstellung.
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Geh mit der Zeit, aber komm von Zeit zu Zeit zur?ck!
Altirischer Segenswunsch

Griff nach dem Handy verboten

Ulli vor 4196 Tagen :: Kommentare (5)

Ob Pech gehabt oder nicht, das lass ich mal dahingestellt.
Ein Autofahrer nahm w?hrend der Fahrt sein Mobiltelefon in die Hand und schaute auf das Display. Daf?r wurde er zu einem Bu?geld von 50 Euro verdonnert. Er legte Einspruch ein mit der Begr?ndung, er habe nicht telefoniert, sondern nur die Uhrzeit abgelesen.
Doch das Amtsgericht entschied: W?hrend der Fahrt ist jegliche Nutzung des Mobiltelefons untersagt, bei der es in der Hand gehalten wird. Dazu z?hlt neben z.B. Telefonaten oder dem Versenden von SMS auch die Verwendung des Handys als "Organisator" oder "Uhr".
Diese strenge Auslegung wurde vom Oberlandesgericht best?tigt (OLG Hamm, NJW, 2005, 2469).
Um ehrlich zu sein, k?nnte mir das nicht passieren, da in meinem Auto die Uhrzeit im Armaturendisplay angezeigt wird, und ich gew?hnlich gar kein Handy benutze und auch nicht mitf?hre. Ketzerisch formuliert: Handygebimmel finde ich schrecklich in der Stadt, im Kaufhaus, im Supermarkt, in der Schule, im Konzert, im Restaurant etc. und wichtige Gespr?che kann ich auch von zuhause aus f?hren. Man kann mich auch gerne von der N?tzlichkeit eines Handys ?berzeugen...
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Niemand ist weiter von der Wahrheit entfernt als derjenige, der alle Antworten wei?.
Chuang Tsu

Graus vor dem Horror-Fest?

Ulli vor 4198 Tagen :: Kommentare (6)

Neulich flattert so ein Werbeprospekt einer Lebensmittelkette in meinen Briefkasten, das sein Warenangebot f?r die bald bevorstehende Nacht der N?chte offerierte. Leichenfinger, Vampir Drink, Happy Horror Muffins, schauriger Monsterpunsch, Spinnennetzpudding, Blutbowle und auch entsprechende Angebote zur Gestaltung des Abends machte. "Haut den K?rbis, W?rmer Wettessen, Lass die D?monen platzen" etc. Dazu gibt es jugendfreie Feuerwerksk?rper wie Hexenfeuer, H?llenbrut und Blitzteufel.
Halloween findet offiziell erst in der kommenden Woche statt, doch wie ich heute aus der Zeitung entnahm, setzte f?r die Sicherheitsbeh?rden das Grauen bereits am Wochenende ein. Rund 150 verkleidete Halloweeen-Anh?nger brachten den Zugverkehr auf einer Bahnstrecke zwischen Gelsenkirchen und Gladbeck v?llig zum Erliegen. Da die Z?ge hoffnungslos ?berf?llt waren, machten sich die Fans zu Fu? auf zum Partytreff und liefen in Gruppen auf den Gleisen der Bahn zum Zielort. Die Bahn musste wegen der extremen Gefahrenlage den 18 km langen Streckenbereich komplett sperren. Wahnsinn!!
Als Kurzinformation mal den Hintergrund und den Brauch des Halloween-Festes:
Halloween wird am Abend des 31. Oktobers gefeiert. Das ist der Tag vor Allerheiligen und daher stammt auch der Name. "Allerheiligen" hei?t in der englischen Sprache "All Saints", der Abend davor "All Saints Eve", daraus entstand sp?ter "All Hallowmas Eve", was dann wiederum zu "Halloween" wurde.
Er stammt urspr?nglich aus dem keltischen Raum: in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November verabschiedeten sich die Druiden vom Sommer - der Jahreszeit der G?ttin- und feierten die Herrschaft des Todesf?rsten Samhain, der w?hrend des Winters regiert. Im keltischen Kalender symbolisiert dieser Tag den Jahreswechsel. Die Kelten glaubten, dass in dieser Zeit die Seelen der Toten die Erde besuchen. Daher sind die typischen Halloween-Verkleidungen auch ziemlich gruselig: Gespenster, Skelette, Hexen und Teufel. Sie dienten zur Abschreckung damit die Toten und Geister vorbeigehen und sie nicht als Lebende erkennen.
Heute ist dieser Geisterkult nach amerikanischem Vorbild stark kommerzialisiert. Es nimmt da nicht Wunder, dass in der Bev?lkerung unterschiedliche Meinungen zu diesem Brauchtum herrschen. Viele bem?ngeln, dass man gar nicht ?ber den okkulten Hintergrund Bescheid wisse und man das Heim mit unsinnigem Halloween Kitsch schm?cke oder zu irgendeiner kommerziellen Halloween Party eile. Vielmehr, so die Kritiker, sollten wir uns auf das eigene Brauchtum konzentrieren. So sei es traurig, dass der gleichzeitige Reformationstag und Martin Luther in Vergessenheit geraten sind. Geistig und geistlich verarmt seien diese Leute, die einem Trend folgen, aber nicht merken, dass sie Opfer eines Marketingkonzeptes geworden sind.
Von einer Frau h?rte ich, dass die Bibel den Menschen im 5. Buch Mose, Kapitel 8, Vers 19 sagt, wie Gott zu Halloween und dessen Fans steht.
Ich war neugierig und habe nachgeschaut: "19. Wirst du aber des Herrn, deines Gottes, vergessen, und andern G?ttern nachfolgen, und ihnen dienen, und sie anbeten, so bezeuge ich heute ?ber euch, dass Ihr umkommen werdet; ?"
Jetzt w?rde mich gerne Eure Einstellung und Meinung zu diesem importierten Brauchtum interessieren. Sch?ne Gruselparty, Geistertullus oder besser R?ckkehr zu christlichen Werten (Reformationstag, Allerheiligen)??

Ganz ordentlich ?

Ulli vor 4218 Tagen :: Kommentare (2)

Was der Oktober heute so wetterm??ig abgeliefert hat. Die 20 Grad-Marke wieder glatt geknackt. Das Tolle, es soll auch weiterhin so bleiben. Einfach sch?n!
Sch?n? Das kann man ?ber die erschreckende Bilanz des Fahrverhaltens auf NRW?s Autobahnen nicht sagen. 17.000 Raser und 1500 Dr?ngler erwischte die Polizei bei Kontrollen in der vergangenen Woche. Das ist fast die Zuschauerzahl eines halben Fu?ballstadions. Das spricht B?nde!
Wohlgemerkt, es geht hier nicht um Fahrer, die gerne schnell unterwegs sind, sondern um Leute, die mit Absicht und aus Dummheit das Leben anderer gef?hrden. Im vergangenen Jahr starben 862 Menschen auf NRW?s Stra?en.
Schon seit l?ngerem stellen Experten eine zunehmende Aggressivit?t, eine wachsende Gewaltbereitschaft und Verrohung auf unseren Stra?en fest. Blo?e Geldbu?en werden da in Zukunft keine Abhilfe schaffen. Satte Punkte und F?hrerscheinentzug d?rften da eher ein Mittel zu sein, die "Sprinter" aus dem Verkehr zu ziehen.
In das Thema passt auch der offensichtliche Missbrauch einer Ank?ndigung des NRW Innenminister Wolf. Der begr??te in der vergangenen Woche in Ausnahmef?llen ? wie etwa bei einem Megastau ? das polizeilich kontrollierte Wenden auf der Autobahn sobald alle Sicherheitsma?nahmen daf?r getroffen seien. Seitdem wenden die Autofahrer, wenn sie ans Stauende angekommen sind auf eigene Faust. So geschehen auf der A 31 bei Borken und Sonntagabend auf der A 59. Kaum zu glauben, oder?
Ich glaube, ich werde die Autobahnschilder auch bald selbst bastel. Da wei? man, was man hat ...;-) ...

Berliner Mauer wird auf Mallorca aufgebaut

Ulli vor 4219 Tagen :: Kommentare (4)

Als ich gestern diese Nachricht las, habe ich nicht schlecht gestaunt. Berliner Mauer auf Mallorca? Im weiteren Verlauf wurde es dann klarer. In der Kleinstadt Sa Pobla, ca. 5 km von unserem Urlaubsdomizil der Finca Predio Son Serra entfernt, werden vier Skulpturen aufgestellt, die die Berliner Mauer und deren Niederrei?ung symbolisieren sollen. Die Projektidee geht auf den deutschen K?nstler Nils Burwitz zur?ck, der mit diesem Kunstwerk ein Mahnmal gegen Vorurteile und alles Trennende setzen will.
Aber was hat ausgerechnet Sa Pobla mit der Berliner Mauer zu tun?
Dieses kleine mallorquinische Dorf ist so unscheinbar wie grau, kein besonderes Highlight was Kunst, Historie oder Dorfsch?nheit betrifft. Die Stra?en sind so schmal, dass man sich fast an die Wand pressen muss, damit die Autos einen nicht ?berfahren, die Gehwege holperig, und es gibt dort nur Einbahnstra?en. Die einzige Attraktion ist der dortige Supermercado mit Frischfischtheke und angeschlossener B?ckerei. Zwei Restaurants sind vielleicht noch erw?hnenswert. Aber das war?s dann auch. Rund um Sa Pobla gibt es soweit das Auge reicht landwirtschaftlich genutzte Felder und bauf?llige Windm?hlen wie auch der Dachstuhl der Kirche im Dorfzentrum. Die Gegend hier ist die Kornkammer Mallorcas.
"Sa Pobla ist anders als andere Gemeinden auf Mallorca", erkl?rt Burwitz, "der Alltag ist dort etwas schwieriger als woanders." Denn "in der Agrargemeinde leben besonders viele der auf Mallorca ans?ssigen Muslime, die dort auch Vorurteilen begegnen." Der balearische Umweltminister Jaume Font, der diese Kunstprojekt finanziell unterst?tzt, hat sich immer f?r sie stark gemacht und etwa daf?r Sorge getragen, dass sie ordentliche Papiere erhalten und damit Versicherungsschutz genie?en.
Burwitz hat alle Skulpturen so angelegt, "dass Kinder auf ihnen herumturnen k?nnen, so werden sie in den Alltag integriert".
Wenn der Platz fertig ist, soll er auch umgetauft werden: Pla?a de l'amic i l'amat, nach dem Buch von Ramon Llull "Vom Liebenden und vom Geliebten". Der Mallorquiner Llull, der im 13. Jahrhundert lebte, gilt als Symbolfigur im Kampf gegen Vorurteile.

Trauriger 3. Oktober

Ulli vor 4220 Tagen :: Kommentare (1)

Die Feiern zum 15. Jahrestag der deutschen Einheit sind h?ben wie dr?ben nicht mehr so euphorisch wie noch vor Jahren. Dankbar nimmt man diesen Tag als nationalen Feiertag an. Immerhin 84 Prozent der Bev?lkerung bef?rworten auch heute noch die Wiedervereinigung. Dennoch sind viele nachdenklicher geworden.
Sicherlich gibt es bl?hende Landschaften im Osten unserer Republik, doch die alleine machen bei gro?er Arbeitslosenquote noch keine Gl?ckseligkeit. Es gibt weiterhin bestehende Defizite aufgrund vieler Fehler, die im Laufe der Zeit begangen wurden. Aber statt Schuldzuweisungen sollten alle mithelfen, m?gliche Potenziale in Deutschland zu nutzen, um das leckgeschlagene Schiff wieder flott zu machen.
Es z?hlt zu den positiven Attit?den des deutschen Selbstverst?ndnisses, dass die au?enpolitische Selbstdarstellung mit leisen T?nen und nicht mit Pauken und Trompeten geschieht. Das ist auch auf Mallorca so. Dass es aber dort niemandem in den Sinn kommt, im Rahmen einer Feier einen Gedanken an den Mauerfall und die Wiedervereinigung zu verschwenden, ist eine Entt?uschung. Besonders auf einer Insel, wo die deutschen Residenten auch von den lokalen W?rdentr?gern als wichtige Gemeinde wahrgenommen werden. Als im letzten Jahr das Segelschulschiff der Bundesmarine, die "Gorch Fock", in Palma vor Anker ging und man mit einem Empfang an Bord repr?sentieren konnte, war das noch ganz anders.
In diesem Jahr kommt es zu einem Akkordeon-Benefiz-Konzert ? immerhin eine kleine Geste ? jedoch zu Gunsten gestrandeter Deutscher auf Mallorca. Bei allem Respekt f?r Wohlt?tigkeitsveranstaltungen: Mit Solidarit?t und Spenden wurde die DDR nicht hinweggefegt! Das sollte 15 Jahre sp?ter auch auf Mallorca im Bewusstsein bleiben.

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