Montag, 15. Januar 2007
Blauer Montag
Die Bezeichnung "Blauer Montag" entstand schon vor hunderten von Jahren, als die Kirchen montags noch mit blauen oder violetten Tüchern geschmückt und ausgekleidet wurden. Die Arbeitsfreiheit des Fastenmontags wurde bald auf die anderen Montage des Jahres ausgedehnt.
Das "Blau machen" aber geht wohl auf die arbeitsbedingte Pause im Färberhandwerk zurück. Man färbte die Wolle mit Indigo, der aus Färberwaid gewonnen wurde. Dies ist ein Farbstoff, der erst durch Sauerstoffzufuhr an Luft zur Farbe Blau umschlägt. Der Färber versetzte den Farbstoff mit Urin und ließ die Wolle über Nacht im Farbbad, um sie dann am nächsten Tag an der Luft trocknen zu lassen, wobei sich die blaue Farbtönung des Farbstoffs entwickelte. Im Mittelalter war der genaue chemische Ablauf noch nicht bekannt, die Färber wussten allerdings, dass die Farbstoffausbeute durch die Zugabe von Alkohol verbessert werden konnte.
Dieser wurde nun aber nicht einfach so zugegeben, sondern wie in alten Rezepten vermerkt wurde, eignete sich Urin von fettleibigen Männern, die viel Alkohol getrunken hatten, besonders gut. Blaufärben war also - abgesehen vom Gestank - eine angenehme Arbeit im Freien, bei der es auch noch reichlich Alkoholisches zu trinken gab.
Zum Färben der Stoffe wurden diese meist sonntags für mindestens 12 Stunden in das Färbebad eingetaucht. Die blaue Farbe auf den Textilstücken ergab sich jedoch erst, wenn diese längere Zeit an die Luft gehängt wurden. Immer wenn die Färbergesellen am Montag betrunken daneben lagen, um auf das Ergebnis zu warten, wusste jeder, dass blau gefärbt wurde. Diese Färbemethode wurde Anfang des 18. Jhd. abgelöst, die Redewendung "blau machen" blieb aber erhalten.
Eine weitere Variante:
blau, blau sein, blau machen, Blauer Montag, blaue Bohne, blauer Dunst leiten sich sämtlich ab vom jiddischen b´lo oder b´low = ohne ..., mit nichts her.
Das Wort "blau" deutet einfach die Negierung einer Tatsache oder eines Wertes an, so Salcia Landmann in "Jiddisch Das Abenteuer einer Sprache".
Welche Formen der Tag auch immer angenommen hat zeigt heute ein Streifzug durch das Internet. Dort findet man alles zu diesem Thema, blaue Blumen, die am Montag geknipst wurden, Schnappschüsse von Männerausflügen und natürlich auch die expressionistische Maler Franz Marc und Wassily Kandinsky (Blauer Reiter), nur nicht mehr den Hinweis auf die kirchliche Tradition. Eines muss man jedoch hinzufügen: Studien haben ergeben, das nicht der Montag, sondern der Dienstag ein klassischer Tag zum Blaumachen ist ...
In diesem Sinne einen guten Start in die neue Woche.






Kommentare
Do, 04.12.2008 18:51
Hola Lucki, ha, irgendwann ge ht u [...]
Do, 04.12.2008 14:50
Lieber Lucki, auf die Ergeb niss [...]
Mi, 03.12.2008 23:51
Hallo Lucki Dazu muss man glau [...]
Mi, 03.12.2008 18:52
Hallo Lucki, gegen ausgesch lage [...]
Di, 02.12.2008 14:14
:) das Gedicht von Wilhelm Bus ch g [...]