Donnerstag, 12. März 2009
Warum?
Zur Tagesordnung überzugehen fanden wir bei unserer heutigen Direktorenkonferenz nicht angemessen. Die Nachrichten über den Amoklauf eines ehemaligen Schülers an der Albertville-Realschule in Winnenden bei Stuttgart vom gestrigen Tag waren noch zu frisch als dass man unbefangen darüber diskutieren konnte. Jeder von uns hat auch diesen Vorfall anders wahrgenommen, die Tat an sich war aber für alle unbegreiflich.
Natürlich projiziert man solche Möglichkeiten auf die eigene Schule, auf die eigene Stadt und versucht Antworten zu finden: Wie kann man solche Taten frühzeitig erkennen, wie abwehren, wie kann man maximalen Schutz erreichen.
Die Antwort war so einfach wie bescheiden. Trotz Amoknotfallplänen, trotz Psychologen, Sozialarbeitern und geschultem Lehrpersonal wie auch ständigen Zusammenarbeit und Kontakt mit der örtlichen Polizei musste festgestellt werden: Es gibt keine Patentrezepte, keine sichere Prävention, nichts was solche Taten zukünftig ausschließen könnte. Auch kann es kein Lösungsansatz sein, Schulen in Hochsicherheitstrakte umzugestalten.
Einig waren sich Lehrer, Polizisten und Politiker am heutigen Tage dabei, dass mehr Sicherheitseinrichtungen an den Schulen in GE wohl nichts bringen. Das sei nicht zielführend, sagte zum Beispiel Gelsenkirchens Schuldezernent Manfred Beck. Die Gewerkschaft der Polizei mahnte mehr psychologisches Training für Lehrer und Schüler an. Außerdem biete sie Anti-Gewalt-Trainings, dafür müsste es aber mehr Personal geben, so die Polizei. Ein besseres Schulklima forderten einige Schulleiter. Nur so ließen sich Mobbing und Vereinsamung verhindern. Und das sei die bestmögliche Versicherung gegen Amokläufe.
Einen Tag nach dem Amoklauf in Winnenden haben viele Schulen in Baden-Württemberg und in der gesamten Bundesrepublik damit begonnen, das schreckliche Geschehen im Unterricht aufzuarbeiten. Kultusminister Helmut Rau rief alle Schulleiter im Land dazu auf, in den Stundenplänen Freiräume für Gespräche und Trauerarbeit zu schaffen.
Auch wir haben das an unserem Berufskolleg in einer Gedenkfeier in der Aula und in Gesprächen mit den Schüler/innen getan.
Die zentrale Frage war immer: Warum?
Eine schmerzhafte Frage auf der Suche nach Antworten gemischt mit Trauer, ohnmächtigem Schmerz, Leid, Fassungslosigkeit, Entsetzen, Emotionen, Mitgefühl und Betroffenheit. Betroffenheit soweit weg von GE und doch so nah. Ein Stein der Vorstellungskraft und Anteilnahme an den sinnlosen Morden und der Tragödie schier erdrückt.
Natürlich werden jetzt schnell wieder vage Antworten und Rückschlüsse auf mögliche Täterprofile und Erklärungen von Politkern und Schulen erwartet. Oberflächlich kommen altbekannte Argumente ins Spiel. Das Verbot von Ballerspielen, schärfere Waffengesetze , die Forderung nach mehr Schulpsychologen und die Verantwortung der Lehrerschaft. Auch PISA kann darauf keine Antwort geben.
Die bisher bekannten Amokläufe sind allesamt sehr individuell und einzigartig. Allgemeingültige Täterprofile gibt es genauso wenig wie beim Selbstmordattentätern. Schutz gegenüber solchen verwirrten Menschen gibt es nicht, sie sind nicht auszurechnen, weshalb auch Präventivmaßnahmen nahezu wirkungslos sind. Tickende Zeitbomben können weder Psychologen noch Lehrer, die sehr nah an ihren Schülern sind, entlarven. Der Glaube daran ist bewundernswert wie ebenso naiv. Weder Metalldetektoren, noch Schleusen können Schutz garantieren oder solche Wahnsinnstaten verhindern.
Dass Schulen gerade die Bühne für solche Taten liefern, hängt damit zusammen, dass sie als Ort der letzten erlittenen Niederlagen, Enttäuschungen, geringer Wertschätzung ausgemacht werden. Die Wurzeln aber dafür sind eher im Elternhaus zu suchen, wo solche Jugendliche wenig Geborgenheit, echte Liebe und Wärme, Erziehung, Wertevermittlung, Aufmerksamkeit, Kontrolle, Verständnis und Zuneigung erfahren. Mit Geld und bürgerlichem Druck kann man nur oberflächlich Warnsignale verdrängen. Diese Erkenntnis ist aber nicht opportun. Deshalb werden wir weiterhin lernen, mit solchen Taten, die es schon immer gab, auch wenn diese nicht immer so medial in Szene gesetzt wurden, zu leben und die Opfer zu betrauern.
In einer Fernsehsendung wurden die Worte von Johannes Rau, dem verstorbenen Alt-Bundespräsidenten, der in seiner Amtszeit den Amoklauf von Erfurt erleben musste, zitiert. Es waren zugleich auch die Schlussworte der Sendung. "Wir sollten uns eingestehen", sagte Rau, "wir verstehen diese Tat nicht."
Sonntag, 8. März 2009
It's raining again
Zumindest stimmt die Wetterprognose für heute: It's raining again! Der Regen hat uns wieder und prasselt unaufhörlich an die Fensterscheiben.

Was kann man an kreativen Dingen an solch einem Tag machen? Vielleicht seine CD-Sammlung nach Regen- oder Sonnenliedern sortieren? Spontan fallen mir da ein: Why Does It Always Rain On Me?, Have You Ever Seen The Rain?, Raindrops Keep Fallin´ On My Head, Barfuß im Regen, I can't stand the Rain, Singin' in the Rain, Rain and Tears, Am Tag als der Regen kam, Nightrain, Everytime It Rains, Hamburg- 8° -Regen, Rain Must Fall ....
oder Ihr sortiert nach Sonne: Waiting for the Sun, Walking On Sunshine, Don't Let The Sun Go Down On Me, Sunshine Reggae, Here Comes The Sun, Wochenend und Sonnenschein ...
...oder ein ganz sicherer Tipp: Ihr schaltet Euren Fernseher ein, denn: The Sun Always Shines On TV! Â
Wer seiner Liebsten am heutigen Weltfrauentag etwas Gutes tun möchte, der kann sich vielleicht als Gesangstalent versuchen:
Regentropfen, die an Dein Fenster klopfen
Das merke dir, die sind ein Gruß von mir.
...und wer nicht singen kann, der schickt die Zeilen einfach per SMS!
Liebe Damen, nicht böse sein, aber der Titel It´s Raining Men ist eine Lüge. It's raining cats and dogs!Â
Euch allen noch einen beschaulichen Sonntag!






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