Mittwoch, 8. Februar 2006
Karikaturenstreit
Im Schalker Vereinslied 'Blau und Weiß" heißt es in einer Strophe "Mohammed war ein Prophet, der vom Fußballspielen nichts versteht". Wenn diese Zeilen einem von Hasspredigern aufgestachelten Mob in den moslemischen Länder bekannt würden, sprengen die die Veltins-Arena in die Luft. Und es wird sehr viele gute Menschen bei uns geben die sagen würden "da haben die armen Leute auch Recht". (Leserzuschrift im WAZ Forum)
Damit wir uns nicht falsch verstehen, zunächst einmal bin ich bezüglich der Bewertung der Karrikaturen der Meinung, dass sie beleidigend sind und lehne daher eine Verbreitung solcher Machwerke ab.
Das gilt für mich aber für jede Karrikatur mit beleidigenden Inhalt. Ich hätte den verantwortlichen Redakteuren mehr Fingerspitzengefühl zu getraut. Dennoch sind mir die unverhältnismäßigen Reaktionen der arabischen Welt nach vier Monaten der Veröffentlichung sehr suspekt.
Irans größte Zeitung hat als Reaktion auf die umstrittenen Mohammed-Darstellungen in europäischen Zeitungen einen Karikaturenwettbewerb zum Holocaust ausgeschrieben. Damit solle die vom Westen viel zitierte Meinungsfreiheit ausgelotet werden, so das Blatt "Hamschahri". "Die wichtige Frage für Moslems lautet: ´Erlaubt die Meinungsfreiheit des Westens die Beschäftigung mit Fragen wie den Verbrechen Amerikas und Israels oder einem Zwischenfall wie dem Holocaust? Oder ist die Meinungsfreiheit nur dazu gut, die heiligen Werte von göttlichen Religionen zu beleidigen?", hieß es. Irans Präsident Ahmadinedschad hatte Ende vorigen Jahres mit antisemitischen Äußerungen Empörung im Westen ausgelöst. So leugnete er den Holocaust und rief dazu auf, Israel von der Landkarte zu tilgen.
Wer sich selbst ein Urteil über die umstrittenen Karikaturen bilden will, der klickt [hier]






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