Dienstag, 7. November 2006
Herbst
Ein Sommer scheint schier endlos zu sein, besonders, wenn er auch noch schön ist. Sommer, das ist Leben, der Mensch in seinen besten Jahren. Fühling ist eine gewisse Vorfreude darauf, und der Winter ist die Hoffnung, dass demnächst alles wieder von vorne beginnt. Herbst aber, das ist Alter, ist eine Zeit vor dem Sterben - Vergänglichkeit. Die Herbstzeit macht nachdenklich, wehmütig, traurig und trüb. Die Dichter lieben ihn dafür und singen ihm nachdenkliche, wehmütige Lieder. Traurige Lieder klingen bedeutungsvoller als lustige. Auch die Fotografen und Maler lieben ihn, taucht er doch die Landschaften in unvergesslich bunte Farben ....
Herbst
Ich sah den Wald sich färben,
Die Luft war grau und stumm;
Mir war betrübt zum Sterben,
Und wußt' es kaum, warum.
Durchs Feld vom Herbstgestäude
Hertrieb das dürre Laub;
Da dacht' ich: deine Freude
Ward so des Windes Raub.
Dein Lenz, der blütenvolle,
Dein reicher Sommer schwand;
An die gefrorne Scholle
Bist du nun festgebannt.
Da plötzlich floß ein klares
Getön in Lüften hoch:
Ein Wandervogel war es,
Der nach dem Süden zog.
Ach, wie der Schlag der Schwingen,
Das Lied ins Ohr mir kam,
Fühlt' ich's wie Trost mir dringen
Zum Herzen wundersam.
Es mahnt' aus heller Kehle
Mich ja der flücht'ge Gast:
Vergiß, o Menschenseele,
Nicht, daß du Flügel hast.
Emanuel Geibel (1815-1884)







Kommentare
Mi, 03.12.2008 23:51
Hallo Lucki Dazu muss man glau [...]
Mi, 03.12.2008 18:52
Hallo Lucki, gegen ausgesch lage [...]
Di, 02.12.2008 14:14
:) das Gedicht von Wilhelm Bus ch g [...]
Di, 02.12.2008 11:31
Lieber Lucki, ob der Zauber , de [...]
So, 30.11.2008 19:56
Hallo Lucki, schön dass deine Wei [...]