Freitag, 10. März 2006
Krokusblüte
Heute ist es bei uns recht mild, die Sonne lässt sich jedoch nur ganz vereinzelt mal blicken, ab und zu fallen auch einmal ein paar Tropfen - eigentlich so ein Wetter wie es früher in der Werbung für Irish Moos immer gezeigt wurde...smile, aber mal ehrlich, was macht das schon. Bei uns scheinen sich langsam die Frühlingsblüten auf den Weg zu machen. Krokusse gibt es schon auf den Verkehrsinseln zu sehen. Je nach Sonnenintensität etwas mehr oder weniger; jedenfalls tut sich was mit dem Frühling. Die Temperaturen sind auch deutlich angestiegen, aber dieser dauernde Wechsel sorgt natürlich auf für Wechselbäder was die Gesundheit betrifft. Kein Wunder also, dass Erkältungen an der Tagesordnung sind, mich natürlich eingeschlosssen.
HINTER DEN TANNEN
Sonnenschein auf grünem Rasen,
Krokus drinnen blau und blaß;
Und zwei Mädchenhände tauchen
Blumen pflückend in das Gras.
Und ein Junge kniet daneben,
Gar ein übermütig Blut,
Und sie schaun sich an und lachen -
O wie kenn ich sie so gut!
Hinter jenen Tannen war es,
Jene Wiese schließt es ein -
Schöne Zeit der Blumensträuße,
Stiller Sommersonnenschein!
von Theodor Storm

Euch allen noch einen schönen Freitag und vielleicht ein sonniges Wochenende.
Donnerstag, 9. März 2006
Auch wenn der Frühling schockt ...
ich mache mir mein eigenes Bild. Ein Aquarell aus dem Jahre 1986, heute im Besitz des damaligen Bürgermeisters.
Iris in Gelb

O selig der, dem aus dem Nachklang goldner Tage die Tröstung blühet für die Gegenwart.
Friedrich Schiller
Mittwoch, 8. März 2006
Vorfrühling
Vorfrühling
Stürme brausten über Nacht,
und die kahlen Wipfel troffen.
Frühe war mein Herz erwacht,
schüchtern zwischen Furcht und Hoffen.
Horch, ein trautgeschwätz'ger Ton
dringt zu mir vom Wald hernieder.
Nisten in den Zweigen schon
die geliebten Amseln wieder?
Dort am Weg der weiße Streif -
Zweifelnd frag' ich mein Gemüte:
Ist's ein später Winterreif
oder erste Schlehenblüte?
Paul Heyse (1830-1914)
Wir beide schauen schon mal nach, ob das auch klappt mit dem Vorfrühling ... Marie, unser Enkelkind, und Xmas.
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"Alles regelt sich nach einem Gesetz des Gegensatzes, das zugleich ein Gesetz des Ausgleichs ist."
Theodor Fontane (1819-1893) deutscher Journalist und Erzähler
Weltfrauentag
Weltweit wird heute mit zahlreichen Veranstaltungen der Internationale Frauentag begangen. Ist er noch sinnvoll?
Im Ruhrgebiet, so eine Studie, liegt die Erwerbstätigenquote der Frauen noch immer unter dem Bundesdurchschnitt.
Die Hasen im Stall, Salat und Stachelbeeren im Garten, Ruß im Zuckertöpfchen. So war sie damals, die Welt der Frau. Und diese Welt wirkt nach, so eine Bochumer Historikerin: "Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt haben Frauen im Ruhrgebiet immer noch erheblich schlechtere Erwerbschancen."
Auf einem Arbeitsmarkt, der seit dem späten 19. Jahrhundert und bis weit ins 20. hinein nur (junge) Männer wollte: Bergbau und Schwerindustrie stellten keine Frauen ein und behinderten die Ansiedlung von anderen Industrien, wie etwa Ansiedlung von anderen Industrien, die z.B. Textilwaren oder Nahrungsmittel produzierten und Bedarf an weiblichem Personal gehabt hätten.
Auf Grund des fehlenden regionalen Bürgertums waren auch Dienstleistungsberufe nur schwach vertreten. Die Folgen: Die Frauen blieben daheim, versorgten (zumeist viele) Kinder, arbeiteten im Garten, sparten Geld, indem sie einmachten, nähten und strickten. Sie nahmen als externe Einnahmequelle oft so genannte Kostgänger auf und hielten ihrem Mann, dem Schichtarbeiter, den Alltag vom Hals.
Der Dienstleistungssektor gedieh erst seit den 1970er Jahren nach der Kohle-und Stahlkrise. Erst dann fanden immer mehr Frauen Arbeit. Aber trotzdem: immer weniger als im Bundesdurchschnitt. 1987 arbeiteten bundesweit die Hälfte aller Frauen zwischen 15 und 64 Jahren - man sagt, die "Erwerbstätigenquote" der Frauen betrug damals rund 50 Prozent. In den Ruhrgebietsstädten aber bewegte sie sich: zwischen 33 und 42 Prozent.
2004 betrug die Quote bundesweit 59, im Revier 54 Prozent. Die Zunahme erwerbstätiger Frauen im Ruhrgebiet seit den 80er Jahren basiert zum größten Teil auf Teilzeitbeschäftigungen.
Die klassische Rollenverteilung im Denken der Revier-Frauen ist scheinbar noch tief verwurzelt. Offensichtlich findet hier die geschlechterspezifische Rollenzuteilung innerhalb der Familie noch eine breitere Akzeptanz.
Dienstag, 7. März 2006
Neue Liebe
Auf meinen täglichen Blogtours war es auffällig zu lesen, dass sich viele nach wärmerem Wetter und dem Frühling sehnen. Ob in diesen Wünschen auch die Sehnsucht nach einer neuen Liebe zum Ausdruck gebracht wurden, die bekannten "Frühlingsgefühle", vermochte ich nicht auszumachen. Der Dichter Joseph Freiherr von Eichendorff hat sich dieser Sache angenommen ...
Neue Liebe
Herz, mein Herz, warum so fröhlich,
So voll Unruh und zerstreut,
Als käm über Berge selig
Schon die schöne Frühlingszeit?
Weil ein liebes Mädchen wieder
Herzlich an dein Herz sich drückt,
Schaust du fröhlich auf und nieder,
Erd und Himmel dich erquickt.
Und ich hab die Fenster offen,
Neu zieh in die Welt hinein
Altes Bangen, altes Hoffen!
Frühling, Frühling soll es sein!
Still kann ich hier nicht mehr bleiben,
Durch die Brust ein Singen irrt,
Doch zu licht ist's mir zum Schreiben,
Und ich bin so froh verwirrt.
Also schlendr' ich durch die Gassen,
Menschen gehen her und hin,
Weiß nicht, was ich tu und lasse,
Nur, daß ich so glücklich bin.
Joseph Freiherr von Eichendorff

Dieses Bild habe ich am 29. März 2002 in Buer am Busbahnhof aufgenommen. Ob bis dahin noch der Frühling so aufspielt, wag ich momentan zu bezweifeln, aber mal soll ja die Hoffnung nie aufgeben. Wer sich ein bisschen auf den Frühling einstimmen möchte, dem empfehle ich die [Frühlingsseite] von mari.
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Alle Hoffnungen sind naiv, aber wir leben von ihnen.
Primo Levi
Montag, 6. März 2006
Im Schnee versunken ...
...und so sieht es heute bei uns aus....Der Winter legt nicht nur den Süden lahm. Die Auswirkungen der zwei Tiefs "Xandra" und "Yuna" sorgen derzeit für lange Gesichter und viel Frust. Die Frühlingsgefühle bleiben weiter unter einer dicken Schneedecke verschüttet.
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Wer will den alles gleich ergründen! Sobald der Schnee schmilzt, wird sich’s finden.Â
Johann Wolfgang von Goethe, (1749 - 1832)
Sonntag, 5. März 2006
Die Magie der Farbe: Blau
Nein, heute wollte ich nicht blau machen, ist ja eh Sonnntag, sondern nur etwas über meine Lieblingsfarbe erzählen.
Oft schon wurde ich gefragt, warum ich bei meinen Websites in Rohfassungen zunächst mit verschiedenen Farben experimentiere, letztendlich alle wieder verwerfe und an Blautönen hängen bleibe. Das Keyboard ist metallic-blau, ebenso die Maus und der gläserene Briefbeschwerer. Selbst mein Büro in der Schule hat blaue Büromöbel. Und das i-Tüpfelchen,...meine Brille hat eine blaue Tönung und das neue Kochbuch einen blauen Umschlag. Seltsam, oder?
Nun habe ich gelesen wie Blau auf Seele, Geist und Körper wirkt.
Wir alle wissen, dass eine Fahrt ins Blaue Entspannung und Ruhe verspricht. Wir verbinden das mit Urlaub, friedvoller Atmosphäre, mit dem Himmel und dem Meer.
Der Seele verschafft "Blau" Ruhe und Stärke, inneres Gleichgewicht und Ausgeglichenheit. Allein der Blick in den blauen Himmel oder aufs Meer entspannt. Jetzt weiß ich, warum ich beides so liebe. Blau ist nicht nur meine Lieblingsfarbe, sondern auch die Symbolfarbe für Treue, Frieden und Ordnung.
Es ist bekannt, dass Farben durch ihre Schwingungen und Energien unterschiedliche Zellreaktionen in unserem Körper auslösen. Blau senkt den Blutdruck, verlangsamt den Puls, beruhigt Hautrötungen, und man sagt, dass zum Beispiel ein blauer Schal Halsschmerzen und Husten lindert.
Auf den Geist wirkt Blau klar und erfrischend. Ein hellblaues Ambiente im Büro fördert die Konzentration und Kommunikation. Ein dunkles Blau steht für Vertrauen.
Ein sattes Ultramarinblau, so Forschungsergebnisse, ist die Lieblingsfarbe Erwachsener. Erklärt wird das mit dem zunehmenden Ruhebedürfnis.
Lavendelsäckchen am Bett bewirken auch einen ruhigen und entspannten Schlaf.
So, nun hab ich mein Farbengeheimnis gelüftet...smile. Ich wünsche Euch einen entspannten Sonntag, vielleicht schaltet Ihr ab bei einer Fahrt ins Blaue oder lässt Eure Gedanken Purzelbäume schlagen bei einem Abstecher ans Meer oder zu einem See. Wer gerne trällern möchte ...wie wäre es mit dem Vereinslied von Schalke 04 "Blau und Weiß wie lieb ich Dich ..."
Für alle die zuhause bleiben und einen Winterspaziergang bevorzugen, für den habe ich ein Winterbild von Schloss Berge zur blauen Stunde aufgenommen.

Euch allen noch einen schönen Sonntag und passt auf Euch auf! Rutschgefahr!
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Wie wir einen angenehmen Gegenstand, der vor uns flieht gern verfolgen, so sehen wir das Blaue an, nicht weil es auf uns dringt, sondern weil es uns nach sich zieht.
Goethe






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