Donnerstag, 27. Juli 2006
Packen & Hühnergott finden
Heute steht alles unter dem Zeichen, das Auto und sonstige Dinge wieder startklar zu machen für unseren Trip an die Ostsee/Kellenhusen. Gleich habe ich noch einen Termin bei meinem Krankengymnasten, anschließend werde ich noch mit Mutter zum Friedhof fahren, um dort noch ein bisschen zu wässern und tschüss zu sagen. Nachmittags hat sich schon mein Freund Heinrich angesagt , um noch ein paar Dinge über unser Kochbuch und den Kinderweltrekord im September zu besprechen, und der Abend klingt dann mit Grillen bei unserem Sohn Didi aus. Enkelkind Marie wird sich auch wieder freuen, wenn sie Opa ihre neue Schaukel und das Klettergerüst vorführen darf ...lach
Ja, und wenn ihr meint, ich hätte nichts an der Ostsee zu tun, dann irrt Ihr Euch. Gestern bekam ich wieder einen kleinen Auftrag, nämlich am Ostseestrand einen "Hühnergott" zu suchen und nach Möglichkeit auch zu finden.
Als Hühnergott wird ein Stein mit einem natürlich entstandenen, durchgehenden Loch bezeichnet.
Steine dieser Art sind meist Feuersteinknollen mit herausgewitterten Kreideeinlagerungen. Der "echte" Hühnergott hat ein Loch von etwa 5 bis 8 mm Durchmesser, in der Regel Überbleibsel eines einst eingelagerten fossilen Seelilienstengels. Hühnergötter kommen an der Ostseeküste und in eiszeitlichen Geröllen des Binnenlandes vor und sind unter Urlaubern als vermeintliche Glücksbringer ein beliebtes Souvenir. Andernorts in Deutschland findet man solche Bildungen eher selten.
Bei dem Begriff Hühnergott bzw. der Vorstellung, mit als Talisman gedeuteten entsprechenden Gegenständen das Hausgeflügel gegen böse Geister schützen zu können, handelt es sich um einen sehr alten slawischen Volksglauben. Im vorliegenden Fall geht es um die Abwehr des schädlichen Einflusses eines weiblichen Hausgeistes, der sogenannten Kikimora.
Die Kikimora ist eine zum Poltergeist umgewidmete alte slawischen Gottheit. Ihr wird unter anderem nachgesagt, dass sie Fäden spinnt, poltert, demjenigen, der sie sieht, Unglück bringt - und das Hausgeflügel stiehlt oder es am Eierlegen hindert. Um den bösen Einfluss abzuwehren, muss man den abgeschlagenen Hals eines Kruges oder aber einen Stein mit einem natürlichen Loch bei den Ställen aufhängen. [gelesen bei wikipedia]

Wir werden uns Mühe geben, liebe mari ...smile. Ansonsten noch einen netten, freundlichen Tag. Ich denke an die im Büro schuftenden Menschen, die sich so sehnlich eine Abkühlung wünschen. Gestern gab es bei uns ein kleines Gewitter, das zwar die Temperaturskala kurzfristig einmal um ein paar Grad herunterschraubte, aber nun ist alles wieder beim Alten.
Mittwoch, 26. Juli 2006
Abschied von der Sonne?
Hola Ihre Lieben,
nun hat uns der Alltag in GE wieder, der heimische Kaffee, die morgendliche Zeitung mit den Stadtnachrichten und auch die deutsche Tastatur. Abschied von der Sonne? Nein, nicht wirklich. Das Bild zeigt lediglich eine Impression vom Anflug auf Dortmund. Hier scheint die Sonne genauso unbarmherzig wie auf Malle, nur es ist hier einen Touch schwüler. Dort lief tagsüber die Klimaanlage, hier der Ventilator. Die Post habe ich schon gelesen, beim Doktor war ich auch schon in der Früh. Habe mir irgendwie die Achillessehne gereizt, und bei manchen unbedachten Schritten kann das ganz gemein weh tun. Ja, das Postfach habe ich auch entmüllt. 691 Nachrichten, davon 670 Spam...unglaublich.
Heute wird dann wieder alles startklar gemacht für die Ostsee, Mama und die Kinder besucht. Insgesamt werde ich so kleine Dinge des Lebensalltags sortieren ..smile. Dann wird der Tag schon wieder vorrüber sein.
Ich wünsche Euch immer eine kühlende Badewanne unter den Schreibtischen, temperierte Räume, wenig Schwitzen ...einfach einen angenehmen Tag. Macht's gut und passt auf Euch auf!

Nur wer ein Auge dafür hat, sieht etwas Schönes und Gutes, in jedem Wetter, er findet Schnee, brennende Sonne, Sturm und ruhiges Wetter schön, hat alle Jahreszeiten gern und ist im Grunde damit zufrieden, daß die Dinge so sind wie sie sind.
Vincent van Gogh, (1853 - 1890), holländischer Maler und Grafiker
Dienstag, 25. Juli 2006
Tschüss sagen …
Heute heißt es leider wieder Abschied nehmen von unserer Insel. "Es ist immer etwas Feierliches um eine Abreise, selbst wenn man einander nur auf kurze Zeit verlässt." schrieb einst Prosper Mérimée (1803 - 1870), französischer Novellist. Das stimmt. Irgendwie ist man immer wieder traurig und gleichsam freut man sich auf die Wiederkehr. Na ja, bis Ostern ist ja nicht mehr weit. Gerade Weihnachten liegt dazwischen…lach. Das werden wir doch wohl schaffen, oder?
... und im übrigen geht es in zwei Tagen an die Ostsee nach Kellenhusen. Urlaubsdauerstress!...smile. Der Flieger geht nachher aber erst um 19.45.Uhr, und ich hoffe nicht, dass man uns wie vor ein paar Jahren erklärt. "Nein ihre Maschine ist umgebucht worden, sie ist heute morgen um 8.00 Uhr geflogen. Schade, dass sie sich überpünktlich für 20. 00 Uhr eingerichtet haben." Hasta luego, Ihr Lieben!
Abflug am Abend von Palma nach Dortmund ...

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Ay! Mallorca, si te deixo
De enyoranca moiré.
Bella terra n'és Mallorca,
Qu'es Mallorca rich verger.
"Ach! Mallorca, wenn ich dich verlasse, werde ich vor Sehnsucht sterben. Ein schönes Land Mallorca. Denn Mallorca ist ein reicher Garten."
Thomàs Forteza (1869)
Montag, 24. Juli 2006
Palma
Einen Tag des Inselaufenthalts sollte man sich für Palma reservieren. Doch nie sonntags, da sind die Geschäfte und Museen wie auch bei uns geschlossen. Ich wollte hier auch keine tipps geben, was man sich unbedingt alles hier ansehen sollte. Das findet man in jedem Reiseführer. Sicherlich, die Kathedrale bietet sich immer an, aber sonst bringt ein einfacher, zielloser Schlendergang über die Plätze, durch die Gassen und Gäßchen, Straßen und Sträßchen eine solche Fülle von faszinierenden Eindrücken, dass man lange davon zehren kann. Man wird überrascht sein, wieviel Ursprünglichkeit dort zu finden ist. Besonders die Patios, die herrchaftlichen Innenhöfe in der Unterstadt von Palma, sind eine Entdeckung wert.
Die ersten, seinerzeit sehr kleinen Innenhöfe wurden in Palma bereits von den Römern angelegt. Ab dem 13. Jahrhundert gewinnen Patios mehr und mehr an Bedeutung, bis im 17. und 18. Jahrhundert die prachtvollsten Exemplare entstehen. Damals wurden die wichtigsten Gebäude im Renaissance- oder Barockstil neu aufgebaut oder restauriert. Der rege Handel mit anderen Mittelmeerländern hatte vielen Stadtbewohnern zu Reichtum verholfen. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung wurden Palmas Bauten zunehmend luxuriöser. Herrenhäuser und Paläste entstanden, nun mit weiträumigen, oftmals reich verzierten Höfen, bestehend aus vier oder gar sechs Trakten. Torbögen wurden vergrößert, um Kutschen und Reitern bequem Einlass zu gewähren, sie waren so hoch, dass die Reiter nicht einmal von ihrem Pferd absteigen mussten. Noch heute findet man an den Portalen Türknaufe in zwei verschiedenen Höhen, einer auf Spaziergänger-, der andere auf Reiterhöhe.
Säulen aus Marmor oder Stein mit verzierten Kapitellen aller Art stützen die Wohnetagen. Oft bildet eine Loggia oder eine Galerie den Eingang zur Beletage, die ebenfalls von Säulen oder Rundbögen gesäumt ist. Die Architektur unterliegt den Moden der jeweiligen Epochen, Treppengeländer aus Stein werden durch solche aus Eisen ersetzt. Und auch in der Boden-Pflasterung spiegeln sich die Launen der Zeit wider.
Hier der Innenhof des Hotel Born, einkomplett renovierter Barockpalast von 1723 mit einem der großzügigsten Patios Palmas und herrlicher Eingangshalle mit dunklen Marmorsäulen.

Sonntag, 23. Juli 2006
An einem Sommermorgen
An einem Sommermorgen
An einem Sommermorgen,
Da nimm den Wanderstab,
Es fallen deine Sorgen
Wie Nebel von dir ab.
Des Himmels heitre Bläue
Lacht dir ins Herz hinein
Und schließt wie Gottes Treue
Mit seinem Dach dich ein.
Theodor Fontane
Heute werde ich noch einmal zum Abschluss eine Partie Golf im Golf Club Alcanda/Alcudia spielen. Er ist einer der schönsten der Insel, da die Bahnen immer am Meer entlang führen. Verführerisch, den herrlichen Meerblick zu genießen, statt sich auf das Spiel zu konzentrieren...smile, aber auch eine gute Entschuldigung, wenn man mal ein Loch verpatzt.
Euch allen noch einen schönen Sonntag!

Samstag, 22. Juli 2006
Polizei kontrolliert verstärkt Autofahrer
Seit 1. Juli gilt in Spanien ein neues Punktesystem für Autofahrer. Ähnlich der deutschen "Verkehrssünderdatei" in Flensburg werden Autofahrer bei Verkehrsdelikten mit Punkten bestraft. Das spanische Punktesystem sieht vor, dass jeder Autofahrer 12 Punkte auf ein Punktekonto gutgeschrieben bekommt. Von diesem Guthaben werden je nach schwere des Vergehens entsprechende Punkte abgezogen. So verliert ein Fahrer, der mit 0,25 Promille Alkohol im Blut kontrolliert wird, bereits 4 Punkte. Sind es mehr als 0,5 Promille, werden 6 Punkte abgezogen. Auch andere Verkehrsdelikte - wie etwa Falschparken, aus dem Fenster geworfene Zigarettenkippen, Nichtanlegen des Sicherheitsgurtes und Telefonieren ohne Freisprechanlage werden mit Punktabzug bestraft. Sind alle zwölf Punkte verbraucht, verlieren die Verkehrssünder den Führerschein für sechs Monate. Zusätzlich müssen sie an einen Verkehrserziehungskurs teilnehmen. Bedingt durch diese neue Regelung führt die Polizei zur Zeit verstärkt Kontrollen durch.
Auch für Nicht-Spanier können diese Kontrollen unangenehm und teuer werden. Allein das Telefonieren ohne Freisprechanlage kann mit über 90 Euro Strafe tiefe Löcher in die Urlaubskasse schlagen.
LKW- und Busfahrer haben bereits angekündigt, künftig in Palma Stadtbereiche zu meiden, in denen ihnen Bußgelder wegen Falschparkens drohen. Bei wiederholtem Falschparken könnten die Fahrer ihren Führerschein und damit ihre Arbeitsgrundlage verlieren. Vor vielen Hotels ist es für Busfahrer nicht möglich, verkehrsgerecht zu halten um Urlauber mit Koffern auszuladen.
Für Verkehrssündern ist Spanien sowieso das teuerste Urlaubsland. Alkoholvergehen 300 Euro, Temposünder 20km/h zu schnell kann schnell bis zu 300 Euro kosten, Rote Ampel überfahren zwischen 90 und 300 Euro, Überholverbote missachten 90 bis 300 Euro und Falschparken ab 90 Euro. Im Vergleich dazu schneidet Österreich recht preiswert ab, ein Bußgeld-Eldorado ;-))
Nun eigentlich legen wir auf Verkehrsdelikte keinen Wert ..smile , sondern genießen lieber die Ruhe auf der Finca Predio Son Serra, die Ihr hier mal in der Abenddämmerung seht.

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Ein glückliches Leben muss vor allem ein ruhiges Leben sein, denn nur in einer Atmosphäre der Ruhe kann echte Freude aufkommen.
Bertrand Russell
Freitag, 21. Juli 2006
Pooltag
Bei dem Wetterchen hier kann man nicht täglich auf Achse sein. Also wird auch mal ein Pooltag eingeschoben, den auch Xmas sehr zu genießen scheint.

Am späten Nachmittag lohnt sich dann noch eine Tour zu einem der schönsten Aussichten der Insel, zum Cap de Formentor. Vom Mirador de Mal Pas hat man eine Reihe von Aussichtspunkten in schwindelerregender Höhe über der Steilküste. Von hier kann man in 200m Höhe über dem Meer die buchten- und inselreiche Karstküste genießen.

Kurvenreich geht es dann entlang des Gebrigsrückens weiter am Hotel Formentor vorbei, das schon viel Prominenz gesehen hat, zum Leuchtturm.

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Das Licht von Mallorca ist getränkt von reinster Poesie. Es erinnert mich an das Licht des Orients, wo man Dinge wie durch einen Schleier betrachtet.
Joan Miro






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