Samstag, 8. April 2006
Frühlingsbotschaft
Wegen seiner politischen Ansichten zunehmend angefeindet - vor allem in Preußen - und der Zensur in Deutschland überdrüssig, ging Heinrich Heine 1831, nach dem Ausbruch der französischen Julirevolution, nach Paris. Hier begann seine zweite Lebens- und Schaffensphase. Zeit seines Lebens sollte Heine sich nach Deutschland sehnen, wie sein bewegendes Gedicht In der Fremde belegt:
Ich hatte einst ein schönes Vaterland.
Der Eichenbaum
Wuchs dort so hoch, die Veilchen nickten sanft.
Es war ein Traum.
Das küsste mich auf deutsch und sprach auf deutsch
(Man glaubt es kaum
wie gut es klang) das Wort: "Ich liebe dich!"
Frühlingsbotschaft
O, Deutschland, meine ferne Liebe,
Gedenk ich deiner, wein ich fast!
Das muntre Frankreich scheint mir trübe,
Das leichte Volk wird mir zur Last.
Nur der Verstand, so kalt und trocken,
Herrscht in dem witzigen Paris -
Oh, Narrheitsglöcklein, Glaubensglocken,
Wie klingelt ihr daheim so süß!
Höfliche Männer! Doch verdrossen
Geb ich den artgen Gruß zurück.
Die Grobheit, die ich einst genossen
Im Vaterland, das war mein Glück!
Lächelnde Weiber! Plappern immer,
Wie Mühlenräder, stets bewegt!
Da lob ich Deutschlands Frauenzimmer,
Das schweigend sich zu Bette legt.
Und alles dreht sich hier im Kreise,
Mit Ungestüm, wie'n toller Traum!
Bei uns bleibt alles hübsch im Gleise,
Wie angenagelt, rührt sich kaum.
Mir ist, als hört ich fern erklingen
Nachtwächterhörner, sanft und traut;
Nachtwächterlieder hör ich singen,
Dazwischen Nachtigallenlaut.
Dem Dichter war so wohl daheime,
In Schildas teurem Eichenhain!
Dort wob ich meine zarten Reime
Aus Veilchenduft und Mondenschein.
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Die Menschheit befindet sich in der Vorgeschichte der Menschheit!
Karl Marx
Die T-Frage
Nach der K-Frage ist nun auch die T-Frage in Deutschland gelöst. Das ist doch schon mal was. Egal welche Entscheidungen man trifft, aber irgendwann handeln und Sicherheit geben, das ist ein gutes Zeichen.
Jens Lehmann von Arsenal London steht bei der Fußball-WM im Tor der deutschen Nationalmannschaft und ist nunmehr die Nummer 1. Diese Entscheidung gab Bundestrainer Jürgen Klinsmann gestern 63 Tage vor dem Fußballeröffnungsspiel bekannt.
Oliver Kahn ließ seine Zukunft im DFB-Dress offen. "Wir sehen Jens einen Tick stärker und sind überzeugt, dass er uns bei der WM enorm helfen wird", sagte ein erschöpft wirkender Klinsmann bei einer Pressekonferenz.
Persönlich sehe ich momentan Lehmannn auch stärker als Oliver Kahn, und das hat nichts damit zu tun, dass er aus der Revierstadt Essen stammt und mit dem FC Schalke 04 zu einem guten Torhüter gereift war und ist. Einer der letzten aktiven "Eurofighter", die Schalke 1997 den UEFA-Cup bescherten. Jens Lehmann kann die Entäuschung bei Kahn nachvollziehen, weil er ähnliche Situationen schon bei zwei Weltmeisterschaften und zwei Europameisterschaften erlebt hat.
"Er passt halt besser zu unserer Spielphilosophie", so Torwarttrainer Andy Köpke, wobei ich immer noch an der gesamten "Philosophie" von Trainer Klinsmannn Zweifel hege. Bleibt jetzt abzuwarten, ob der "abgesägte" Kahn anlässliche der WM dann von Mikrofon zu Mikrofon eilen wird, um Analysen des Klinsmann'schen Fußballelends -sprich Philosophie- in die Welt zu posaunen.
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Angst ist der einzige sichere Ratgeber, den das Leben überhaupt hat.
Karl August Heinrich Julius Fontaine (1758-1831), Erzähler
Ich wünsche Euch allen ein entspanntes Wochenende. Genießt es wie es Euch gefällt. Zu viel trockene Sonneneinstrahlung schadet auch nur der Haut. In diesem Sinne: genießt auch die Frühlingsschauer!
Freitag, 7. April 2006
Für den Spargel ist noch Winterzeit
Niedrige Temperaturen und Nachtfrost verzögern den Start der Spargelernte in NRW. Das Edelgemüse braucht Temperaturen um 8 Grad. Vermutlich, so die Landwirtschaftskammer, werde die Ernte Ende April beginnen. Zu Ostern könne es kleine Mengen geben, die unter Folie gewachsen sind und daher relativ teuer sind. Am Niederrhein könne der Ernteauftakt etwas früher sein.
Überbackener grüner Spargel spanische Art
Wer unsere Website Mallorca-meeting kennt, der weiß, dass wir ein besondere Liebhaber der spanischen - insbesondere der mallorquinischen Küche sind. Auch das nachfolgende Gericht haben wir aus dem sonnigen Süden mitgebracht. Die Zutaten dafür sind aber auch hierzulande überall erhältlich und die Zubereitung ist eigentlich ein Kinderspiel.
Esparragus verdes gratinados (Für 4 Personen)
Zutaten: 1 kg grüner Spargel, Salz, 1 TL Zucker, 20 g Butter, 200 g Serrano-Schinken (dünn aufgeschnitten), 200 g junger Manchego-Käse, weißer Pfeffer, 1 Bund Schnittlauch
Zubereitung: Den Spargel kalt abspülen, die holzigen Teile entfernen und in reichlich kochendem Wasser mit 1 TL Salz und Zucker ca. 10 Minuten garen.
Ofen auf 200°C vorheizen. Spargel abtropfen lassen. Eine Gratinform mit Butter ausstreichen und den Spargel hineinlegen, mit Schinkenscheiben abdecken, so dass Spargelspitzen und -enden herausragen.
Den Käse in Scheiben schneiden oder grob raspeln und auf den Schinken geben. Alles leicht mit Pfeffer bestreuen und den Spargel so lange in den heißen Ofen stellen (Stufe 3-4), bis der Käse geschmolzen ist. Mit Schnittlauchröllchen bestreuen.
Gutes Gelingen beim Nachkochen und ein "leckeres" Wochenende!
Donnerstag, 6. April 2006
Der Klüngelskerl
Der Klüngelskerl
Gestern kam in unserer Straße ein Klüngelskerl vorbei. Früher, so erinnere ich mich noch, fuhr er meist hoch auf dem Bock eines mit Schrott beladenen Pferdewagens durch die Straßen. Heute kutschiert er mit einem Pritschen-Lkw durch die Häuserreihen. Dennoch hat sich etwas ganz Entscheidendes geändert. Damals blies er selbst auf einer kleinen Blockflöte – allerlei Volkstümliches, zum Mitsingen. Heute lässt er eine CD ablaufen. Und die Musik outet ihn klar als Schalke-Fan. "Blau und Weiß, wie lieb ich dich…" klingt’s blechern aus einem alten Lautsprecher. Geblieben ist jedenfalls: Zum Klüngel gehört immer noch die Musik.Â
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Die nur ganz langsam gehen, aber immer den rechten Weg verfolgen, können viel weiterkommen als die, welche laufen und auf Abwege geraten.
René Descartes (1596-1650)
Mittwoch, 5. April 2006
Frühlingsahnen
Frühlingsahnen
Wohlig merken unsre Sinne
Nun den Frühling allgemach,
Denn es trauft aus jeder Rinne,
Und es tropft von jedem Dach.
Leise regt sich im Theater
Dieser Welt ein Liebeston;
Nächtens schreien viele Kater,
Und der Hase rammelt schon.
So auch uns ergreift die Glieder
Wundersame Lebenskraft;
Selbst solide Seifensieder
Fühlen ihren Knospensaft.
Treibet das Geschäft der Paarung!
Lasset der Natur den Lauf!
Denn ihr wisset aus Erfahrung,
Einmal hört es leider auf.
Ludwig Thoma (1867-1921)
Bei uns herrscht momentan morgens winterliche Kälte, aber tagsüber ist es sonnig, und die Narzissen sprießen mit aller Kraft. Irgendwann, so denke ich, könnte es doch ein bisschen wärmer werden, so dass man die Wintersachen mal endlich ablegen kann. Auch die attackenartigen grippalen Infekte nerven langsam. Die Sommerreifen sind auch noch nicht aufgezogen. Aber eins weiß ich bereits, noch zwei Tage dann beginnen die Osterferien, und in der nächsten Woche sind wir auf Mallorca, wo uns sicherlich andere Temperaturen empfangen werden.
So sah es jedenfalls im letzten Jahr Ende März aus ...

Dienstag, 4. April 2006
Unverzagt
Und wenn dir oft auch bangt und graut, als sei die Höll' auf Erden. Nur unverzagt auf Gott gebaut, es muss doch Frühling werden.
Emanuel Geibel (1815-1884) Lyriker und Dramatiker
Schaut man sich heute wieder die Unbilden des Wetters an, Sturm, Regen, Kälte (heute musste ich in der Früh sogar die Frontscheibe meines Autos vom Eis befreien), dann kann man nur hoffen ...
Euch allen noch einen schönen Abend ...
Montag, 3. April 2006
Gute Tat ...
Am gestrigen Sonntag fand im örtlichen Altenheim "Haunerfeld" eine Frühjahrs-/Osterausstellung statt, und da ist es schon Tradition, dass meine Frau Brigitte mit ihren legendären Ostergestecken vertreten ist. Natürlich bedarf es auch immer einer gewissen Vorbereitung, so dass ich flugs als Handlanger eingestellt war...smile. Die alten Leute in diesem Heim freuen sich auf diese Art der Abwechslung in Form eines Bazars immer wie "kleine Schneekönige" und sind stolz wie Oskar, wenn sie mit den erworbenen Teilen ihre Zimmer schmücken können. Stolz auf ihre Arbeit ist auch wieder einmal Brigitte, die hier ihre selbstgefertigten Gestecke präsentiert.
In diesen Zusammenhang passt auch die folgende Geschichte...
Der Besuch der alten Dame
Ginger ist nicht die Jüngste. Das strahlende Goldhaar wird langsam grau und die vormals so sportliche plagt manches Zipperlein. Kein Wunder, dass die Neunjährige in letzter Zeit bisweilen matt und resigniert wirkte.
Ein Besuch im Awo-Seniorenzentrum weckt jedoch die Lebensgeister der betagten Hundedame. Und umgekehrt: Sobald sie eine der Kaffeerunden beehrt, kommt Leben in die Bude. Alle drei, vier Wochen ist Ginger Gast im Altenheim. Hat längst ihre Fans unter den 133 Damen und Herren im Haus. "Manche erwarten uns schon am Eingang", freut sich G. K., die den Golden Retriever seit der Geburt kennt.
Anfangs war sie skeptisch, als die Pflegedienst-Chefin vorschlug, Ginger als "Besuchshund" einzuladen. Das hat sich gelegt. Seit jeher ist die Hündin ein geduldiges Wesen, das auf Ungewohntes gelassen reagiert. Jedes Streicheln, jedes Leckerchen genießt sie, Knuddeln von zwei Seiten bringt sie nicht aus der Ruhe. Diese Freundlichkeit auf vier Pfoten wirkt auf Zweibeiner überaus positiv
"Dieses seidige, warme Fell zu streicheln, ist nur schön." Manche Hand, die lange erstarrt ist, werde in der weichen Wärme beweglicher, Vergessenes aus dem Leben tauche auf. "Der Hund bringt Leichtigkeit ins Haus. So wenig Aufwand - und alle strahlen." so die Meinung einer Pflegerin.
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Die Kunst des schönen Gebens wird immer seltener, in demselben Maße, wie die Kunst des plumpen Nehmens, des rohen Zugreifens täglich allgemeiner gedeiht.
Heinrich Heine (1797-1856)
Euch allen noch einen schönen Tag...






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