Donnerstag, 20. Oktober 2005
Reflexion eines trüben Tages
Andererseits habe ich aber auch erfahren müssen, das meine Freude über die Fortschritte und meiner Genesung und meine damit verbundene Darstellung in diesem Blog nicht auf ungeteilte Freude stößt und Dinge, über die ich hier schreibe, mit einer ganz anderen Wahrnehmung von der realen Welt zur Kenntnis genommen werden. Meine Absicht und die Wirkung auf andere scheinen nicht immer deckungsgleich zu verlaufen.
Ja, vielleicht hätte ich viel deutlicher machen müssen, das die Schwere und das Ausmaß des Trümmerbruchs erst während der OP zum Vorschein kam. Dass das OP-Team stundenlang daran gearbeitet hat, das Puzzle der Knochentrümmer zusammenzusetzen, wieder zu richten, zu glätten und mit drei dicken, langen Schrauben zu stabilisieren und dass sie mir nicht garantieren können, ob das Knie je wieder annähernd den alten Zustand erreichen wird oder ob ich ein Krüppeldasein mit Stock und Krücke als Invalide fristen muss. Das ist Fakt, unbeschönigt! Auch die Tatsache, dass ich momentan nicht ohne fremde Hilfe auskommen kann.
Nein, darüber habe ich nicht geschrieben, sondern ich habe versucht, mich selbst aufzuheitern, zu motivieren, Ziele zu stecken, zu mobilisieren, gymnastisch mich zu schinden und habe auch Annehmlichkeiten wie ein freundliches Krankenzimmer, in das man mir sogar einen Internetanschluss legte, um Heilung und Genesung durch positive Akzente zu verbessern und somit über Schmerz und Schicksalsschlag hinwegzutrösten, dankbar angenommen. Ich kenne die Intention des Krankenhauses nicht, die Zimmer so zu gestalten, kann mir aber vorstellen, dass sie damit gute Erfahrungen in der Patientenbehandlung gemacht haben. Dennoch wollen wir uns nichts vormachen, ein Krankenzimmer bleibt ein Krankenzimmer, eine Station bleibt eine Station und ein Aufenthalt zuhause ist dem allemal vorzuziehen, es sei denn man hat kein schönes Zuhause.
Warum ich das alles in mein journalartig geführtes Weblog geschrieben habe, ist recht schnell zu erklären. Weblogs helfen dabei, Gedanken zu ordnen, und so manch einer kann, nachdem er die Worte ins Web gestellt hat, in einer Angelegenheit viel klarer sehen. "Für einige Menschen ist es wohltuend und ein entscheidender Prozess bei der Rückkehr in einen lebenswerten Alltag, wenn sie sich ihre Sorgen und Nöte, Gedanken und Ängste einfach von der Seele schreiben können. Wer seine Gedanken in Sätzen formuliert, wird sich bewusst, kann sich wieder spüren." So jedenfalls sehen es Therapeuten, Psychologen und Ärzte. Vielleicht kann der ein oder andere auch mit dem aus der Psychologie stammenden Begriff "Schreibtherapie" etwas anfangen. Oft bekommt man auf seine Notizen und Gedanken auch ein Feedback von anderen Bloggern (das hat aber auch rein gar nichts mit Chatten zu tun). Deshalb ist so ein Journal/Tagebuch nichts für Einzelgänger oder Selbstdarsteller.
Jedenfalls haben mich die unterschiedlichen Wahrnehmungsebenen doch gestern stark beschäftigt, tief betroffen gemacht und gekränkt. Heftige Kopfschmerzen und Unwohlsein waren die Konsequenz meiner Grübelei, so dass ich gestern mich auch außer Stande sah, ein paar Zeilen für den Blog zu schreiben oder klare Gedanken zu fassen. Ich will nicht hoffen, dass ich durch solche Niederschläge psychologische Hilfe in Anspruch nehmen muss und sich mein augenblicklicher psychischer Zustand bessern wird.
Lassen wir diesen Ausschnitt meiner Gefühle von gestern mal so stehen, auch wenn sie im Detail etwas lückenhaft sind.
Erfreulich fand ich jedoch noch abends einen Anruf einer Kollegin, die mir nachträglich zum Geburtstag und für meine Genesung ein Präsent überbringen wollte, das sinniger Weise aus einem Pool, der "Freud und Leid" heißt, gesponsert wird. Ja, Freud und Leid, wie dicht liegen beide zusammen. Nach den Erfahrungen des gestrigen Tages fand ich diese Konstellation schon fast makaber.
Eigentlich schaue ich nicht oft in Horoskope. Gestern habe ich das irgendwie doch gemacht. Dort war zu lesen: "Die Sterne stellen Ihre Geduld auf eine harte Probe. Nichts will so richtig klappen. Die Botschaft heißt: Überdenken Sie Ihre Pläne noch mal. Und durchleuchten Sie nun auch ehrlich ihre Beziehungen und Freundschaften. So manches ist reformbedürftig." Glaube ich auch! Ich denke, ich werde mich mal von hinten nach vorne durcharbeiten …;-)
Es gibt bei allem doch wieder ein schönes Ereignis zu vermelden. Bei einem Wettbewerb der Fotoholiker konnte ich mich wieder auf das Siegertreppchen stellen. Hier zeige ich Euch das Bild, das in der Kategorie "Landschaften" auf den ersten Platz gewählt wurde. Es ist die Felsenlandschaft einer Bucht in der Nähe des Leuchtturms von Cala Ratjada/Mallorca.
Ciao bis bald

Als Anerkennung für den Erfolg gab es dann noch diese individuell gestaltete Erinnerungsgrafik und auch eine geschmackvolle [Gewinnerpräsentation].

Dienstag, 18. Oktober 2005
Freudige Ereignisse
Nach der heutigen Krankengymnastik habe ich eigentlich mehr zufällig bemerkt, dass die Schwellung im Fuß rückläufig ist. Hoffentlich bleibt’s so. Vielleicht hat er sich aber auch nur erschrocken, weil ich mich gestern noch bei der Routineuntersuchung und Röntgenkontrolle beim Chefarzt über ihn beschwert habe ...lach. Der Chefarzt findet den Heilungsprozess recht positiv, obwohl er mir deutlich zu verstehen gab: "Ich verstehe Ihre Ungeduld, und ich bewundere Ihre Beherrschung, aber wir müssen schon die Heilungszeiten geduldig abwarten. Es geht definitiv nicht schneller!" Er konnte Gedanken lesen.
Heute Morgen erfuhr ich dann, dass ein Foto von mir bei dem Wettbewerb der Fotoholiker in der Rubrik Architektur von den Mitgliedern auf den [1. Platz] gewählt wurde. Das hat mich wirklich sehr gefreut, zumal ja dort auch echte Experten starten.
Mit dem Siegerbild, das eine Hausidylle in Valldemossa/Mallorca zeigt, möchte ich mich für heute von Euch verabschieden. Noch einen schönen Abend allerseits.

Als Anerkennung für den Erfolg gab es dann noch diese individuell gestaltete Erinnerungsgrafik und eine hübsche [Gewinnerpräsentation].

Montag, 10. Oktober 2005
Zum 5. Mal beim Kräuterexpress
Wie heißt es doch bei Schiller: "Sonnenblick und Hoffnung begleiten einander gerne."
Das Rezept für 10 Personen:
Zutaten:
0,075 kg Butter, 0,050 kg Speck, 0,150 kg Zwiebeln, 0,150 kg Porree, 0,150 kg Möhren, 0,050 kg Sellerie, 0,750 kg Kartoffeln, 2 l Bouillon, Majoran, Petersilie, 0,125 l Schmand.
Zubereitung:
Die Speck-, Zwiebel-, Porree-, Möhren- und Selleriewürfel in Butter anschwitzen. Die Kartoffelwürfel zugeben. Mit Bouillon aufgießen und etwa 30 Minuten garen. Suppe pürieren, so dass sie etwas sämig wird. Abschmecken mit Zitrone, frischen gezupften Majoran und gehackter Petersilie und mit Schmand verfeinern. Als Garnitur geröstetes Weißbrot oder ein Scheibchen Fleischwurst.
Guten Appetit, allerseits!

Freitag, 30. September 2005
Million-Dollar Page & Filter
Man muss sicherlich ein bisschen verrückt sein, um auf diese Geschäftsidee zu kommen, genauso verrückt auch in diese Page zu investieren. Die Rede ist von der [Million Dollar Homepage]. Die Idee: ein Pixel wird für einen Dollar verkauft, Mindestabnahme sind Blöcke von 10x10 Pixel für je 100 Dollar. Bisher hat der Inhaber der Seite schon 200.000 Pixel verkauft. Nicht schlecht, obwohl die Seite selbst ohne Informationswert ist. Man muss sicherlich einfach nur dabei sein bei diesem historischen Internetevent.

Wer wissen möchte, wie diverse Filter (Plugins) das Aussehen eines Bildes oder einer Grafik verändern können, der kann sich vorab auf der polnischen Seite von [Grafnet] anschauen wie die einzelnen Filter reagieren. Über 2000 solcher Filter sind dort in der Datenbank mit Bildvorschau und Beschreibungen erfasst.

Samstag, 17. September 2005
Hello Again von Station B3
nach überstandener Operation am Mittwoch befinde ich mich nun auf dem Wege der Besserung. Da Ihr alle ja so feste die Daumen gedrückt habt, konnte ja gar nichts mehr schief gehen.
Der Chefarzt hier im ev. Krankenhaus in Gelsenkirchen und sein OP-Team haben sehr gute Arbeit geleistet, obwohl der Bruch sich noch etwas komplizierter dargestellt hat als man vorher vermutet hatte. Dennoch konnte alles gut gerichtet und aufgebaut werden, so dass letztlich das Ganze mit drei Schrauben fixiert werden konnte und nun zusammenwachsen muss. Das dauert natürlich ein paar Wochen, und man muss etwas Geduld mitbringen.
Die gute Nachricht ist jedenfalls, dass ich schon nach der OP mit meinen Gehhilfen laufen kann (ohne irgendwelche Schmerzen) und mit der Zeit das Bein stetig etwas mehr belasten kann. Da das Bein auch nicht geschient zu werden brauchte, und ich das Kniegelenk auch schon gut bewegen kann, kommt jeden Tag eine Krankengymnastiklehrerin vorbei, um mit mir Muskelaufbau und Beweglichkeit zu trainieren. Das schlaucht schon ganz schön, aber Maria, so heißt die Betreuerin, ist sehr geduldig und freut sich mit mir über jeden erzielten Fortschritt.
Mein Krankenzimmer kann mit jedem guten Hotelzimmer mithalten und wäre auch von einem solchen kaum zu unterscheiden, wenn dort nicht ein Krankenbett wäre. Die Wände sind in hellblau mit Schwammtechnik gestaltet und geben dem Zimmer ein bisschen südliches Ambiente. Die Panoramafenster lassen viel Tageslicht und Sonnenschein herein, so dass auch das Gemüt nicht leidet. Zur Ausrüstung gehören noch ein modernes TV-Gerät mit Flachbildschirm, ein DVD-Player und seit gestern auch ein Internetanschluss per Modem. Zum Service gehören zudem täglicher Handtuchwechsel, eine Tageszeitung (wird jeden Morgen um 10.00 Uhr gebracht) und frisches Obst sowie Gebäck. Für die eigenen Getränke ist im Schrank noch ein kleiner Kühlschrank eingebaut. Sieht man mal davon ab, dass da Essen in eine Großküche produziert wird und auch so schmeckt…smile...ist auch hier das Angebot ansprechend. Neben einem Vollkostessen kann man zusätzlich noch zwischen zwei Schonkostgerichten und einem vegetarischen Gericht wählen. Findet man dort nichts Passendes, dann gibt es noch eine kleine Speisekarte, aus der man für das Frühstück, Mittag- und Abendessen weitere Speisen auswählen kann.
Also insgesamt wird mir der Aufenthalt hier so angenehm wie möglich gestaltet, da darf man wirklich nicht meckern.
Auch die medizinische Betreuung durch das Pflegepersonal ist klasse. Wo wird man schon morgens um 6.30Uhr so freundlich geweckt wie hier… „Na wie geht’s mein Sonnenschein, haben wir heute gut geschlafen?“, so klingt’s aus dem Munde von Schwester Claudia…lach…eine wahre Motivationskünstlerin hinsichtlich der Verbreitung von guter Laune.
So, dass war mal ein kleiner Zwischenbericht hier von meiner Station. Wie lange ich hier noch bleiben wird, dass ist noch ungewiss, aber nun bin ich ja wieder mit der großen weiten Cyberwelt wieder verbunden.
Ich wünsche Euch noch einen schönen Samstag; hier in GE scheint heute die Sonne, obwohl es heute morgen bei 8 Grad ein bisschen frisch war. Bis dann, hasta luego…

Mittwoch, 7. September 2005
Diagnose niederschmetternd ...

Heute war ich dann in Castrop-Rauxel zur Computertomographie (Schichtaufnahmen) des Knies, und die Diagnose war völlig unerwartet.
Bänderriß oder Meniskusquetschung, irgend so etwas hatte ich erwartet und mich darauf einstellt. Leider war dann das Ergebis niederschmetternd. Schienbeinkopf-Trümmerfraktur mit fibialem Ausriß des vorderen Kreuzbandes...Ja, das war's das für dieses Jahr. Ich glaube kaum, dass ich an einer Operation vorbeikomme, dann die üblichen Stationen: Krankenhaus, Bein stillgelegt, danach Reha...Dauer? Ungewiß! Vielleicht deshalb schon mal ein "Frohes Weihnachtsfest". Positiv zu vermelden: die Menisci sind intakt ;-). Soll man sich darüber freuen?
Schade, eigentlich sollte es ein gutes Jahr werden, war es auch bisher. Nun muss man mal schauen wie es weitergeht. Momentan weiß ich es noch nicht so konkret. Die "Überraschung" war doch ein wenig zu heftig.
Euch wünsche ich auf jeden Fall noch ein paar herrliche Spätsommertage, die Temperaturen hier in GE konkurrieren mit denen auf Mallorca..lach.

Dienstag, 6. September 2005
Alaska liegt neben dem Rhein-Herne-Kanal







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