Donnerstag, 3. November 2005
Xmas wird 8
Heute ist für unsere Welsh Terrier Hündin Xmas von der Hohen Flur ein besonderer Tag, sie wird acht Jahre alt.
Mein Gott, liebe Xmas, wie die Zeit vergeht. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich Dich als kleines Wollknäuel aus Bayern abholte. Gerade mal eine handvoll Welsh Terrier. Weißt du noch wie man Dich kurz im Bassin abbrauste und Du anschließend zum Trocknen in einen Fönschrank gestellt wurdest…lach… Deine Schnute von damals werde ich nicht vergessen. Kannst Du Dich noch daran erinnern wie Du als Welpe zum ersten Mal getrimmt wurdest und Du dich vehement gewehrt hast. Mit Deinen scharfen Zähnchen wolltest Du den Trimmer immer in die Finger beißen. Heute alles Routine. Erinnerst Du Dich noch an die Ausstellungen, wo Du nicht nur die Konkurrenz hast blass aussehen lassen, sondern auch Dein Herrchen, weil Du in jedem unbemerkten Augenblick den Richtern Dein Hinterteil zeigtest, um mit dem Publikum zu flirten. Ja, du wusstest sicherlich um Deine Schönheit und hast gedacht, alle seien nur gekommen, um Dich zu sehen …Erinnerungen…wer hat an der Uhr gedreht?
Alles Schnee von gestern, heute hast Du nur Schnee um Deine Schnute, wenn du ungestüm wie eh und je durch den Winterwald braust. Deine Liebe, Treue und Herzlichkeit, die Knuddelohren, Deine Kulleraugen und Dein Dir typischer Blick - all das hat sich nie verändert.
Deshalb freuen wir uns auf jeden Tag mit Dir und hoffen, noch viele Geburtstage mit dir feiern zu dürfen. Bleib gesund und munter, und Herrchen und Frauchen sagen Danke, dass es dich gibt.
Happy Birthday, kleine Xmas!!
Mittwoch, 2. November 2005
Alles rennet ...
Die politischen Ereignisse aus den letzten Tagen zu kommentieren, lohnt sich nicht wirklich. Interessant und schon aussagekräftig genug sind die Schlagwörter, die im Zusammenhang mit dem Rücktritt des SPD Vorsitzenden Müntefering und dem gleichzeitigen Rückzug Stoibers aus Berlin fallen. Von Kabale und Hiebe, Tragödie, Bauerntheater, einem dramatischen Missverständnis ist die Rede, von Schock und Katastrophe, Fegefeuer der Eitelkeiten, Egoismus, unterlassener Hilfeleistung und einem Bloody Monday.
Kaum treffender für den augenblicklichen Zustand ist eine Passage aus Schillers Glocke: "Kinder jammern, Mütter irren, Tiere wimmern, Unter Trümmern, alles rennet, rettet, flüchtet, Taghell ist die Nacht gelichtet."
Zurück bleiben wir als Bürger und warten auf den nächsten Akt in diesem Theater oder schauen uns die Website Du bist Deutschland an.
Leben mit Halloween
Protestanten feierten Montag das Reformationsfest, Katholiken gestern Allerheiligen. Unabhängig einer Bewertung, ob Kirchenfeste früher stärker wahrgenommen wurden, ob es richtig ist , dass das Reformationsfest in NRW ein Arbeitstag ist und in Sachsen nicht oder ob Allerheiligen mehr ist als "ein Gesteck auf dem Friedhof", so mussten diese Tage im Bewusstsein der heutigen Generation immer mehr dem Brauchtum des Halloween weichen.
Meine Mutter (84) beurteilt das Leben mit diesem ursprünglich keltischen Brauch und angesichts zweier in Brand gesetzter Zeitungs-/Müllcontainer am Friedhofseingang auf ihre Weise. Sie ist froh, dass "Halogen" nun vorbei ist.
Dienstag, 1. November 2005
Willkommen bei Luckilucki
Allen Bloggern weiblich wie männlich zunächst ein herzliches Willkommen.
Ja, werdet Ihr sagen, alles neu, aber ungewohnt. Das scheint nur auf den ersten Blick so. Wir haben viel Kraft, Energie und Zeit daran verwendet, die neue Technik in fast dem gleichen Design wie in lifestyle zu belassen bzw. anzupassen, damit keiner Orientierungsschwierigkeiten hat.
Wir hoffen, dass Ihr Euch auch hier genauso wohl fühlt wie in dem alten Blog und Eure Kommentarlust weiterhin ungebrochen ist. Wir würden uns darüber riesig freuen.
Schaut Euch in Ruhe ein bisschen um, mal hier und da klicken, und Ihr werdet sehen, einiges ist übersichtlicher geworden, neue Features sind hinzugekommen, Gewohntes haben wir belassen. Nur für Lucki ist die Verwaltung des Blogs, das könnt ihr leider nicht sehen, wesentlich komfortabler geworden.
Warum nun Luckilucki werdet Ihr Euch berechtigterweise fragen?
Nun Lucki ist ein Mensch des Ruhrgebietes, und das Ruhrgebiet erkennt man nicht nur an seinem typischen sprachlichen Dialekt, sondern auch an seinen eigenen Wortschöpfungen, die die Sprache des Ruhrgebiets ausmachen.
"Luckilucki" heißt soviel wie sich etwas genau anschauen oder vorsichtig Ausschau halten.
Beispiel. "Ersma Luckilucki machen, ob unser Mudder nachen ganzen Knatsch noch in Brass is."
Übersetzt: "Erst einmal (vorsichtig) schauen, ob unsere Mutter nach den ganzen Streitereien immer noch Wut hat."
… und so hat die Ruhrgebietssprache viele solcher Eigenarten, die einem anderen Bundesland fremd sind. So bezeichnet man etwas, was man leicht erlernen kann, als "pille-palle" oder ein Schlitzohr als "Schaluppi". Wer sich für die Ruhrgebietssprache interessiert, dem empfehlen wir die Website [Ruhrgebietssprache].
Da auch wir wieder in gewohnter Weise genau hinschauen wollen, was um uns passiert und auch unsere ganz speziellen "Annalüsen" machen wollen, schien uns der Name Luckilucki und der Nick "Lucki" für diesen Blog passend zu sein.
Wir hoffen, unseren Blog weiterhin in guter und interessanter Qualität zu führen und freuen uns auch, Euch als Kommentatoren/innen und Gäste hier immer wieder begrüßen zu dürfen.
Gute Unterhaltung, viel Spaß und einen schönen Tag wünscht EuchLucki
Sonntag, 30. Oktober 2005
Abschied vom Goldenen Oktober
Der Herbst
Das Glänzen der Natur ist höheres Erscheinen,
Wo sich der Tag mit vielen Freuden endet,
Es ist das Jahr, das sich mit Pracht vollendet,
Wo Früchte sich mit frohem Glanz vereinen.
Das Erdenrund ist so geschmückt, und selten lärmet
Der Schall durchs offne Feld, die Sonne wärmet
Den Tag des Herbstes mild, die Felder stehen
Als eine Aussicht weit, die Lüfte wehen
Die Zweig' und Äste durch mit frohem Rauschen
Wenn schon mit Leere sich die Felder dann vertauschen,
Der ganze Sinn des hellen Bildes lebt
Als wie ein Bild, das goldne Pracht umschwebet.
Friedrich Hölderlin, November 1759
Die ganze Welt blickt heute auf die Elbmetropole. In Dresden wird heute die wieder aufgebaute Frauenkirche feierlich eingeweiht. Das spätbarocke Gotteshaus war im Februar 1945 beim Angriff der Alliierten auf Dresden zerstört worden. Ein weltweites Engagement hatte dazu geführt, dass die berühmte Kirche in fünfzehnjähriger Arbeit wieder hergestellt wurde. Aus dem alten Mahnmal gegen den Krieg ist ein einzigartiges Symbol für Versöhnung und Frieden geworden.
4873 Orgelpfeifen, der von dem Straßburger Orgelbauer Daniel Kern gefertigten Orgel, warten heute auf ihren Einsatz. Die Frauenkirche entstand in den Jahren 1726 bis 1943. Beim Wiederaufbau wurden 40% Original-Bausubstanz verwendet, die Wiederaufbaukosten betrugen insgesamt 179,7 Mio. Euro, davon 131 Mio. Euro reine Baukosten. Für die Finanzierung kamen Spenden aus aller Welt: 100 Mio Euro und aus öffentlichen Mitteln 65 Mio Euro. Die "Steinerne Glocke", wie das Kirchendach genannt wird, wiegt rund 13.000 Tonnen.
Da wir persönliche eine besondere Beziehung zu Dresden haben und seit 2000 die Baufortschritte vor Ort selbst verfolgen konnten, werden wir uns sicherlich auch den Weihegottesdienst und den Festakt zusammen mit unseren Dresdener Freunden, die zur Zeit bei uns sind, die Übertragung vom ZDF ab 9.45 Uhr ansehen. Leider gehören wir nicht zu den fast 2000 geladenen Gästen…smile
Euch allen noch einen schönen Sonntag.
Â
Samstag, 29. Oktober 2005
Schluss mit der Sommerzeit
Man mag es kaum glauben, dass an diesem Wochenende die Sommerzeit zu Ende geht. An Rhein und Ruhr herrschen an Seen und Flüssen dank der goldenen Oktobertemperaturen mediterrane Verhältnisse. Der Mensch genießt die Sonne, und die Kreatur kommt nicht in den Winterschlaf. Jeder Tag, der so bleibt ist ein Glücksfall. Die Straßencafés haben Hochbetrieb. Die gefühlten Sommer-Sonnentage erfahren morgen durch die Zeitumstellung auch ein jähes, amtliches Ende.
Aber dann taucht ein immer währendes Problem auf. Uhren vor- oder zurückstellen? Ein Problem, das sowohl bei Frauen und Männern auftaucht, das muss auch mal gesagt werden.
"Natürlich vor, wir bekommen doch eine Stunde dazu..." klingt's zunächst bis jemand mit großer Überzeugungskraft genau das Gegenteil behauptet, und alle sind wieder verunsichert. Dann nämlich entwickelt die Diskussion eine Eigendynamik.
"In der Sommerzeit ist es morgens immer heller, das kann man sich doch leicht merken, da steht man doch früher auf". "Ja, aber warum soll ich im Winter eher aufstehen, wenn es doch hell ist"? "Falsch, die Uhr wird zurückgestellt, damit es morgens wieder hell ist, wenn wir aufstehen". "Na klar, und weil wir eine Stunde dazu bekommen wird es auch abends später dunkel". "Nein, eher dunkel, weil es ja morgens eher hell ist".
Ihr merkt schon wie verwirrend sich das Ganze darstellen kann.
Nur um ganz sicher zu gehen: Die Zeitumstellung von Sommer- auf Winterzeit ist am Sonntag 30. Oktober 2005, um 03:00 Uhr MESZ. Die Uhren werden dann um eine Stunde zurück gestellt, die Nacht ist also 1 Stunde länger.
Dann aber beginnt das Hasten mit dem Uhrenumstellen. Akribisch arbeiten wir uns vor: erst die Armbanduhr, dann die Küchenuhr, der Wecker ist ganz wichtig, ja und dann haben wir auch schnell die anderen Uhren vergessen. Für eine gewisse Zeit leben wir in Parallelzeiten. Die Autouhr fährt noch auf Sommerzeit, die am Recorder und auf dem Handy hat man auch schnell vergessen und die am Herd und an der Mikrowelle sowieso. Wohl dem, der nun eine Funkuhr sein Eigen nennen darf oder im Garten über eine Sonnenuhr verfügt …lach.
Und in einem halben Jahr, da geht das Rennen wieder von vorne los, und manch Glücklicher hat die Sommerzeit über den Winter gerettet und liegt dann wieder goldrichtig.
Euch allen ein schönes Wochenende mit "Herbst verkehrt" und einer gelungenen Zeitumstellung.
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Geh mit der Zeit, aber komm von Zeit zu Zeit zurück!
Altirischer Segenswunsch
Samstag, 22. Oktober 2005
Ein Gedicht, das mich berührt
Leider war auch gestern so ein Tag, der mir anzeigte, dass mein seelisches Gleichgewicht doch Schaden genommen hat, obwohl ich während meiner Krankheitsgeschichte gerade das durch meine Unternehmungen vermeiden wollte. Es schien für mich zumindest, dass ich bisher recht erfolgreich war.
Es ist zwar auch unangenehm, wenn man sich beobachtet fühlt, aber ich hoffe, mit innerer Kraft und Mut, damit fertig zu werden. Man kennt ja zumindest die "Andersdenkenden".
Für heute habe ich eines der schönsten Gedichte von Rainer Maria Rilke ausgesucht – der Panther. Bei diesem Gedicht von Rainer Maria Rilke handelt es sich um ein Dinggedicht, da hier eine Person (das Wesen des Panthers), die im Mittelpunkt steht, enthüllt wird. Gerühmt wird es auch wegen seines Rhythmus und Klangbildes, welche Inhalt und Rezeption verstärken. Gleichsam ist es beispielhaft für die Epoche des Symbolismus - eine vom Ende des l9. Jh. von Frankreich ausgehende literarische Bewegung. Symbolisten versuchten, den Zusammenhang zwischen Idee, Mensch und Ding in der dichterischen Aussage zu formen.
Das Gedicht beschreibt einerseits Unmenschlichkeit, andererseits jedoch auch die Bedeutung der Individualität und der Freiheit. Der Panther - äußerlich ein starkes und stolzes Tier - ist gefangen. Der triste, sich wiederholende Tagesablauf ist beschrieben. Das Gedicht ist eingeteilt in 3 Strophen zu je 4 Zeilen. Der Kreuzreim unterstreicht die Gefangenschaft und die ständige, ausweglose Wiederholung. Es wechseln sich betonte und unbetonte Silben ab. Das symbolisiert die gleichmäßigen Schritte des Tieres und macht die Wiederholung von Perspektiven sichtbar. Auch ist ein fünfhebiger Jambus zu finden, der die Hebung auf bewusst ausgewählte Wörter legt. Der Gebrauch des Wortes "Panther" ist an und für sich eine Metapher für ein äußerlich starkes und unantastbares Wesen. Die Metaphern, Zweideutigkeiten und sprachlichen Bilder geben dem Gedicht einen nachdenklichen Charakter.
Eine weitere Interpretation überlasse ich lieber meinen geneigten Lesern selbst.
Ich liebe dieses Gedicht, weil es die Ängste von Menschen so detailliert beschreibt und vielleicht auch meine augenblickliche Situation, so dass ich mich gut mit der Resignation, Apathie und sozialen Isolation identifizieren kann.
Rainer Maria Rilke hat das Gedicht im September 1903 nach einem Besuch im Jardin des Plantes, Paris, geschrieben, und es hat, so finde ich, seitdem nicht an Aktualität verloren.
Der Panther (Im Jardin des Plantes, Paris)
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.
Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.
Rainer Maria Rilke, September 1903
Mit Panther oder Panter (verdeutlichend auch "Schwarzer Panther") bezeichnet man gemeinhin einen Leoparden (Panthera pardus) oder einen Jaguar (Panthera onca), dessen Fell eine durchgehend schwarze Färbung aufweist, statt wie üblich schwarze Rosetten auf einem gold-gelben Grund. Es gibt jedoch auch von anderen Raubkatzen Melano-Formen, wenn auch oft meist seltener. Unter günstigen Lichtverhältnissen ist die eigentliche gefleckte Fellzeichnung aber immer noch zu erkennen. Es handelt sich daher bei den Panthern jeweils nicht um eine eigene Art, sondern um eine Form des Melanismus. (gelesen bei wikipedia)
Bild: Credit: U.S. Fish and Wildlife Service, Ron Singer
Ich wünsche Euch allen ein schönes, erholsames Wochenende mit Momenten, an die Ihr Euch gerne erinnert.
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Schlaue Menschen diskutieren Ideen; durchschnittliche Menschen diskutieren Ereignisse; kleinliche Menschen diskutieren über andere Personen.






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