Donnerstag, 28. Dezember 2006
Prosecco & Discounter - eine prickelnde Angelegenheit
Was ist denn nun "Prosecco" - ein Schickimicki Getränk à la Paris Hilton (im Sommer 2006 auf Mallorca in goldener Dose eingeführt) und Baby Schimmerlos oder nur ein billiger Schaum- oder Perlwein?
Prosecco ist zunächst einmal eine weiße Rebsorte, die nur im Nordosten Italiens in einer kleinen Region der Provinz Treviso in der Region Veneto wächst. Aus ihr keltert man hauptsächlich einen Perlwein (italienisch: "Frizzante"), sowie Schaumweine und normalen Wein. Der Unterschied zwischem einem Sekt und einem Perlwein besteht ganz allgemein darin, dass ein Sekt zweimal vergoren wird und die Kohlensäure stammt aus dieser Gärung, während bei einem Perlwein keine zweite Gärung stattfindet und entwichene Kohlensäure zugeführt wird. Ein Perlwein ist also ein Wein der gegenüber den sogenannten "Stillweinen" einen erhöhten Überschuss an Kohlensäure besitzt. Beim Eingießen in ein Glas perlt er zwar sichtbar, aber nicht so stark wie ein Sekt. Denn: Perlweine weisen einen Druck von 1 bis 2,5 Bar auf, während Sekt bis zu 6 Bar Kohlensäuredruck enthält.
Da der Wein den Namen einer Traubensorte trägt, könnte er grundsätzlich überall hergestellt werden. Jedoch nur Prosecco aus einer gesetzlich definierten Region um die Gemeinden Valdobbiadene und Conegliano dürfen den Status eines "DOC"-Prosecco bei Einhaltung vorgeschriebener Qualitätsstandards tragen. Weine, Perlweine und Sekte aus der gleichen Traube aus anderen Teilen Italiens, dürfen nur die Bezeichnung "IGT" tragen. Das Anbaugebiet des DOC-Prosecco liegt in der Provinz Treviso im Veneto in den Hügeln der Trevisaner Voralpen.
Im Unterschied zu französischem Champagner oder deutschen Winzersekten wird der Schaumwein Prosecco oft nicht in der aufwändigeren Flaschengärung, sondern in Tankgärung (Méthode Charmat) hergestellt. Nur in den nahe Valdobbiadene gelegenen Gemeinden Fol und Saccol wird der "Cartizze", eine seltene Art des Prosecco gekeltert. Dieser stellt eine besonders hohe Qualitätsstufe des Prosecco dar. Er ist aufgrund seiner geringen Produktionsmenge außerhalb Italiens selten erhältlich.
Bei uns kennt man den Prosecco als prickelndes Vergnügen, der als Spumante (Schaumwein) und als Frizzante (Perlwein) Karriere gemacht hat und auch beim Discounter erhältlich ist.
In einem Test hat der "Prosecco di Conegliano Valdobbiandene" von Ald*-Süd die Note 1 erhalten. Der Testsieger überzeugte durch ein hervorragendes Aroma, das fruchtig und leicht nach Äpfeln schmeckt. Zudem feine Perlen, die angenehm auf der Zunge sprudeln. Gefolgt wurde er von dem Prosecco Cellini von Edek* Note 1-2 und dem Prosecco von dem gleichen Discounter -"Prosecco Foscari. Alle ca. 5 Euro. "Boticelli" und "Il Peraio" von Plu* bekamen die Noten 3+ bzw. 3- bei Preisen um die 2 Euro. Schlusslicht war die Marke "Terrazza Blu" von Penn*.
44 Gläser Sekt trank jeder Deutsche über 15 Jahre im vergangenen Jahr laut Statistischem Bundesamt. Das sind rund 416 Millionen normale 0,7 l Flaschen. Prosit!
Mittwoch, 27. Dezember 2006
Tock-Tock
Aufräumen ...
Es gibt wirklich nicht viele Gründe, aufzuräumen. Aber bevor man gar nichts zu tun hat, könnte man ja in Erwägung ziehen, sich unter Umständen dafür zu entscheiden, eventuell aufräumen zu wollen.
Jedenfalls habe ich mir gedacht, so eine Putzkur täte meinem Auto so vor Jahresende sicherlich gut, anschließend kann man dann noch Auftanken, zumal ja die Spritpreise im Neuen Jahr drastisch anziehen sollen.
Gesagt, getan: Staub geputzt, Fußmatten ausgeklopft und natürlich den überflüssigen Müll entsorgt. Das gehört ja schließlich zum Aufräumen dazu.
Und seitdem klappert der Eiskratzer in der Tür. Tock-tock. Wo mal Zettel, CDs und Bonbontüten für ein Polster sorgten, ist's nun aufgeräumt. Tock-Tock.
Wie gesagt: Es gibt nicht viele gute Gründe ...
Eigentlich gilt in den nächsten Tagen: "Jetzt das Herz zum Lächeln bringen".
Die ruhige Pause reguliert alle Spannungen positiv, lädt ein zum Entladen und Nachklingen. Das Verklingen, Erlöschen der Musik benötigt die Pause ...So auch das Leben. In diesem Sinne noch einen schönen Après-Weihnachtstag.
Dienstag, 26. Dezember 2006
Rückblick aufs Weihnachtsfest
Nun gut, werdet Ihr sagen wir haben ja noch einen ganzen Tag Weihnachten. Dennoch kann man auch hier in der Rückschau schon einiges sagen.
Das Wetter war in den Tagen eher bescheiden, Regen, Nebel und so eine nasse Kälte ließen bei Spaziergängen auf matschigen Wegen keine große Freude aufkommen.
Für uns begann der Heiligabend mit einem ausgiebigen Brunch zusammen mit unseren Kindern und der Bescherung unserer Enkeltochter Marie (2 1/2 Jahre). Ich muss dazu sagen, dass wir schon beim Verpacken des Geschenks recht viel Freude hatten. Wann hatten wir das letzte Mal für ein Kind ein Weihnachtsgeschenk eingepackt? Lang ist's her. Oma und Opa sind nun nicht gerade geizig, aber wir hatten auch mit unseren Kindern ausgemacht, es sollte auch nur ein einziges Teil geben, so dass sich Marie auch wirklich darüber freuen kann und nicht im Übermaß erstickt.
Opa "entdeckte das Paket vom Christkind", das natürlich schnell wieder fort musste. Marie ging zur Balkontür, winkte dem Christkind noch einmal hinterher, das ja augenscheinlich durch diese Tür gekommen sein musste, bedankte sich noch mit einem Handkuss und begann dann mit dem Auspacken.

... im Paketeenthüllen scheint man Übung zu haben ...

... die Freude zeigt, das Christkind scheint die richtige Wahl getroffen zu haben ...

...nun hat das Baby auch ein schnittiges Cabrio, das man wunderbar hinter sich herziehen kann. Xmas schaut derweil ein wenig skeptisch drein.
Am Abend haben dann Brigitte und ich noch ein paar schöne Stunden zusammen beim Fondue verbracht und konnten uns auch über so manche Begebenheit in diesem Jahr erfreuen. In der Unterhaltung scheint die Zeit Flügel zu bekommen. Es war bald Zeit, auch das Bett aufzusuchen. Der nächste Tag verlief ebenfalls in ruhigen Bahnen. Ein Friedhofsbesuch bei meinem Vater und ein Besuch bei Brigittes Mutter (91) gehören zum obligatorischen Bereich an diesem Tag. Da tagsüber genug genascht wurde, gab es abends leichte Kost. Hähnchenbrustfilet in Currysauce mit Reis. Heute lassen wir die Feiertage einfach ausklingen. Meine Mutter kommt nachher zum Mittagessen. Sauerbraten gibt's, mal eine Alternative zu all dem Süßen während der Festtage, aber nicht in der rheinischen Art, sondern eine mallorquinische Variante mit Datteln und Aprikosen und dann schaun wir mal ...
Ja, das Telefonieren gehörte auch zu unseren Hobbies. Unter anderem habe ich diesmal lange mit der Finca auf Mallorca gesprochen. Die deutschen Weihnachtsflüchtlinge - überwiegend mit Ziel Balearen - waren leider diesmal nicht gut beraten. Dauerregen machte Besichtigungstouren fast unmöglich. Bis zu 60 Litern pro Quadratmeter fielen innerhalb von 12 Stunden, heftiger Wind kam noch hinzu. Im Tramuntana-Gebirge fielen an Heiligabend die ersten Flocken. Nach Angaben des Wetterdienstes liegt die Schneegrenze hier bei 900 Metern. Insgesamt fielen in den vergangenen vier Tagen rund 300 Liter Regen pro Quadratmeter. Einige Orte wurden durch die Wassermassen förmlich überschwemmt. Am meisten Regen fiel in Sóller, wo an einem Tag mehr als 120 Liter Wasser pro Quadratmeter Niederschlag fielen. Auch die Straße zwischen Andratx und Estellencs musste über einige Stunden für den Verkehr gesperrt werden, weil sich durch den Regen Erdmassen und Steine gelöst hatten und auf die Straße gerutscht waren. Bis zum Jahresende ist jedoch eine Wetterbesserung in Sicht. So soll der starke Regen weniger werden und der Wind nachlassen. Wie lange sich der Schnee im Tramuntana-Gebirge hält, ist also ungewiss. Die Wassertemperaturen des Meeres liegen momentan zwischen 16° und 18°C, Luft nachts um 2°C und tagsüber bei 12°-13°C, es soll aber wärmer werden.
Dank der Erneuerung der Finca-Website, der übersichtlichen Preisstruktur und des vereinfachten Buchungsverfahrens liegen bis jetzt über 150 Buchungen, teilweise Gruppen und Familien, vor. Das verspricht für 2007 ein ähnlich gutes und erfreuliches Bilanzjahr wie 2006. Wer einmal einen Blick in die Silvestermenükarte werfen will [hier]. Da bleibt einem nur zu wünschen: Feliz Año Nuevo!

Jahresbilanz
Solche Festtage eignen sich auch immer wunderbar, um eigentlich unwichtige Dinge des Jahres mal unter die Lupe zu nehmen - z.B. Statistiken.
Dabei haben wir mit Freuden festgestellt, dass über 72.000 Besucher unsere Seiten angesurft und dabei mehr als 280.000 Seitenaufrufe getätigt haben. Herausragend und interessant zu beobachten sind dann immer wieder die saisonalen Websites wie Herbstlaub, Love you Mama oder Merry Christmas wie auch spezielle Artikel in unserem Blog. Die Sprengung des Turms vom Kraftwerk Westerholt Anfang Dezember bescherte dem Blog über 10.000 Seitenzugriffe, der Höhepunkt bei Merry Christmas in 2006 war der Heiligabend mit mehr als 1000 Besuchern, Herbstlaub brachte es im September auf 1680 Besucher und Love you Mama, unsere Muttertagsseite, im Mai auf 2400 Gäste an einem Tag. Das sind für unsere Verhältnisse schon Spitzenwerte. Dankeschön für das Interesse und die zahlreichen Kommentare, die uns dazu auch erreichten. Das motiviert auch im Neuen Jahr wieder den Dingen auf der Spur zu bleiben und neue Themen anzugehen.
Der glückliche, kleine Vogel
Der glückliche, kleine Vogel
Zizibä saß in einem kahlen Fliederbusch und fror. Zizibä war ein kleiner Vogel . Er hatte sein Federkleid dick aufgeplustert, weil`s dann ein wenig wärmer war. Da saß er wie ein dicker, runder Ball, und keiner ahnte, wie dünn sein Körper drunter aussah. Zizibä hatte die Augen zu. Er mochte schon gar nicht mehr hinsehen, wie die Schneeflocken endlos vom Himmel herunterfielen und alles zudeckten. Alle Futterplätze waren zugeschneit. Ach und Hunger tat so weh. Zwei Freunde von Zizibä waren schon gestorben. Stellt Euch mal vor, Ihr müsstet in einem kahlen Strauch sitzen,ganz alleine im Schnee, und hättet nichts zu essen.Â
Kein Frühstück, kein Mittagessen - und abends müsstet Ihr hungrig einschlafen, ganz allein draußen im leeren Fliederbusch, wo`s dunkel ist und kalt. Das wäre doch schlimm.
Zizibä musste das alles erleiden. Er saß da und rührte sich nicht.Nur manchmal schüttelte er den Schnee aus den Federn. Wieder ging ein hungriger Tag zu Ende. Zizibä wollte einschlafen. Er hörte plötzlich ein liebliches Geklingel. Dann wurde es hell und warm, und Zizibä dachte: Oh, das ist gewiss der Frühling.
Aber es war der Weihnachtsengel. Er kam daher mit einem Schlitten voller Weihnachtspakete. Er sang vergnügt. "Morgen Kinder wird`s was geben..." und leuchtete mit seinem Laternchen den Weg. Da entdeckte er auch unseren Zizibä. "Guten Abend", sagte der Engel, "warum bist du so traurig?" - "Ich hab' so Hunger", piepste Zizibä und machte vor Kummer wieder die Augen zu. - "Du armer kleiner", sagte der Engel, "ich habe auch nichts zu essen dabei. Woher kriegen wir nur was für dich?" Aber das war´s ja, was Zizibä auch nicht wusste. Doch dann hatte der Engel eine himmlische Idee.
"Warte", sagte er, "ich werde dir helfen. Bis morgen ist alles gut. Schlaf nur ganz ruhig." Aber Zizibä war schon eingeschlafen und merkte gar nicht, wie der Engel weiterzog und im nächsten Haus verschwand.
Im nächsten Haus wohnte Franzel. Das war ein netter, kleiner Bub. Jetzt lag er im Bett und schlief und träumte von Weihnachten. Der Engel schwebte leise herzu , wie eben Engel schweben, und beugte sich über ihn. Leise, leise flüsterte er ihm etwas ins Ohr, und was Engel sprechen, das geht gleich ins Herz. Der Franzel verstand auch sofort, um was sich`s handelt, obwohl er fest schlief.
Als er am nächsten Morgen wach wurde, rieb er sich die Augen und guckte zum Fenster hinaus. "Ei, so viel Schnee", rief er, sprang aus dem Bett, riss das Fenster auf und fuhr mit beiden Händen in den Schnee. Dann machte er einen dicken Schneeball und warf ihn aus Übermut hoch in die Luft. Plötzlich hielt er inne. Wie war das noch heute Nacht? Hatte er nicht irgend etwas versprochen? Richtig, da fiel´s ihm ein. Er sollte dem Zizibä Futter besorgen.
Der Franzel fegte den Schnee vom Fensterbrett und rannte zur Mutter in die Küche. "Guten Morgen, ich will den Zizibä füttern, ich brauch Kuchen und Wurst!", rief er. - "Das ist aber nett, dass du daran denkst", sagte die Mutter, "aber Kuchen und Wurst taugen nicht als Futter. Der Kuchen weicht auf, und die Wurst ist viel zu salzig. Da wird der arme Zizibä statt an Hunger an Bauchschmerzen sterben."
Die Mutter ging und holte eine Tüte Sonnenblumenkerne. "Die sind viel besser", sagte sie. Der Franzel streute die Kerne aufs Fensterbrett und rief: "Guten Appetit, Zizibä!" Dann musste er sausen, um noch rechtzeitig zur Schule zu kommen.
Als die Schule aus war, kam er auf dem Nachhauseweg beim Samenhändler Korn vorbei. Der Franzel ging in den Laden und sagte: "Ich hätte gern Futter für die Vögel im Garten." Er legte sein ganzes Taschengeld auf den Tisch. Dafür bekam er eine große Tüte voll Samen und Meisenringe.
Nun rannte er nach Hause zu seinem Fensterbrett. Aber - o weh - da war alles zugeschneit. Doch die Körner waren verschwunden. Die hatte Zizibä noch rechtzeitig entdeckt. Er hatte seine Vettern und Kusinen herbeigeholt, und sie hatten sich einen guten Tag gemacht, während der Franzel in der Schule war. Es darf nicht wieder alles zuschneien, dachte der Franzel, und als sein Vater am Nachmittag heimkam, machten sie sich gleich daran und zimmerten ein wunderschönes Futterhaus. Das hängten sie vor dem Fenster auf.
Am nächsten Tag sprach sich´s bei der ganzen Vogelgesellschaft herum,
dass es beim Franzel etwas Gutes zu essen gab. Das war eine große Freude, denn kein Vogel brauchte mehr vor Hunger zu sterben, und abends, wenn der Engel vorbeikam, sah er nur satte und zufriedene Vögel friedlich schlummern. Dafür legte er dem Franzel noch ein Extra-Geschenk
unter den Weihnachtsbaum, und es wurde ein wunderschönes Fest.
(Verfasser unbekannt)

Montag, 25. Dezember 2006
Am Weihnachtsmorgen 1772
Am Weihnachtsmorgen 1772
Johann Wolfgang von Goethe an Johann Christian Kestner
Frankfurt, den 25. Dezember 1772
Christtag früh. Es ist noch Nacht, lieber Kestner, ich bin aufgestanden, um bei Lichte morgens wieder zu schreiben, das mir angenehme Erinnerungen voriger Zeiten zurückruft; ich habe mir Coffee machen lassen, den Festtag zu ehren, und will euch schreiben, bis es Tag ist. Der Türmer hat sein Lied schon geblasen, ich wachte darüber auf. Gelobet seist du, Jesus Christ! Ich hab diese Zeit des Jahrs gar lieb, die Lieder, die man singt, und die Kälte, die eingefallen ist, macht mich vollends vergnügt. ich habe gestern einen herrlichen Tag gehabt, ich fürchtete für den heutigen, aber der ist auch gut begonnen, und da ist mir's fürs Enden nicht angst.
Der Türmer hat sich wieder zu mir gekehrt; der Nordwind bringt mir seine Melodie, als blies er vor meinem Fenster. Gestern, lieber Kestner, war ich mit einigen guten Jungens auf dem Lande; unsre Lustbarkeit war sehr laut und Geschrei und Gelächter von Anfang zu ende. Das taugt sonst nichts für de kommende Stunde. Doch was können die heiligen Götter nicht wenden, wenn's ihnen beliebt; sie gaben mir einen frohen Abend, ich hatte keinen Wein getrunken, mein Aug war ganz unbefangen über die Natur. Ein schöner Abend, als wir zurückgingen; es ward Nacht. Nun muß ich Dir sagen, das ist immer eine Sympathie für meine Seele, wenn die Sonne lang hinunter ist und die Nacht von Morgen heraus nach Nord und Süd um sich gegriffen hat, und nur noch ein dämmernder Kreis von Abend herausleuchtet. Seht, Kestner, wo das Land flach ist, ist's das herrlichste Schauspiel, ich habe jünger und wärmer stundenlang so ihr zugesehn hinabdämmern auf meinen Wanderungen. Auf der Brücke hielt ich still. Die düstre Stadt zu beiden Seiten, der stilleuchtende Horizont, der Widerschein im Fluß machte einen köstlichen Eindruck in meine Seele, den ich mit beiden Armen umfaßte. Ich lief zu den Gerocks, ließ mir Bleistift geben und Papier und zeichnete zu meiner großen Freude das ganze Bild so dämmernd warm, als es in meiner Seele stand. Sie hatten alle Freude mit mir darüber, empfanden alles, was ich gemacht hatte, und da war ich's erst gewiß, ich bot ihnen an, drum zu würfeln, sie schlugen's aus und wollen, ich soll's Mercken schicken. Nun hängt's hier an meiner Wand und freut mich heute wie gestern. Wir hatten einen schönen Abend zusammen, wie Leute, denen das Glück ein großes Geschenk gemacht hat, und ich schlief ein, den Heiligen im Himmel dankend, daß sie uns Kinderfreude zum Christ bescheren wollen.
Als ich über den Markt ging und die vielen Lichter und Spielsachen sah, dacht ich an euch und meine Bubens, wie ihr ihnen kommen würdet, diesen Augenblick ein himmlischer Bote mit dem blauen Evangelio, und wie aufgerollt sie das Buch erbauen werde. Hätt ich bei euch sein können, ich hätte wollen so ein Fest Wachsstöcke illuminieren, daß es in den kleinen Köpfen ein Widerschein der Herrlichkeit des Himmels geglänzt hätte. Die Torschließer kommen vom Bürgermeister und rasseln mit den Schlüsseln. Das erste Grau des Tags kommt mir über des Nachbarn Haus, und die Glocken läuten eine christliche Gemeinde zusammen. Wohl, ich bin erbaut hier oben auf meiner Stube, die ich lang nicht so lieb hatte als jetzt.
Sonntag, 24. Dezember 2006
Weht im Schnee ein Weihnachtslied
Weht im Schnee ein Weihnachtslied
Weht im Schnee ein Weihnachtslied
Leise über Stadt und Felder,
Sternenhimmel niedersieht,
Und der Winternebel zieht
Um die dunklen Tannenwälder.
Weht im Schnee ein Weichnachtsduft
Träumerisch durch dichte Flocken,
Füllt die schwere Winterluft
Und aus weichen Wolken ruft
Sanft der Klang der Kirchenglocken.
Geht durch Schnee ein Weihnachtskind
Liebend über kalte Erde,
Geht dahin und lächelt lind,
Hoffend, dass wir gütig sind
Und die Menschheit besser werde.
Hilde Fürstenberg

Hinweis: Heute am Heiligabend sendet die ARD um 20.15 den Spielfilm "Bergkristall". Joseph Vilsmaier ("Herbstmilch") verfilmte die Novelle von Adalbert Stifter.
Die Weihnachtserzählung vom "Heilgen Christ" auf unserer Weihnachtsseite "Merry Christmas"Â ist aus dieser Novelle "Bergkristall von Adalbert Stifter" entnommen. Eine der schönsten Weihnachtsgeschichten, die wir kennen.
Wir wünschen Euch allen ein friedliches und frohes Weihnachtsfest und eine "schöne Bescherung". Vielen Dank für Eure treue Leserschaft, Eure lieben Kommentare, und freuen wir uns gemeinsam auf den heutigen Abend, auf die kommenden Weihnachtsfeiertage und denken daran ...
Hirt und König,
Groß und Klein,
Kranke und Gesunde,
Arme, Reiche lädt er ein,
freut euch auf die Stunde!
aus Tschechien
"Fröhliche Weihnachten"






Kommentare