Dienstag, 16. Januar 2007
Derbe Sprüche
Politiker und Geistliche haben Dieter Bohlen für seine derben Sprüche in der RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) kritisiert, so Agenturmeldungen. Für die FDP-Vize-Vorsitzende C. Pieper muss mit Bohlens Entgleisungen Schluss sein, denn da diese Sendung von vielen Kindern und Jugendlichen gesehen wird, appelliert sie an RTL solche menschenverachtende Äußerungen künftig zu verhindern. Das Ganze sei verantwortungslos!!!
Der Unterhaltungschef von RTL T. Sänger meint dagegen, dass eine Unterhaltungssendung nicht die Aufgabe habe, Erziehungsaspekten gerecht zu werden. Gossensprache und Beleidigungen aber sollen salonfähig sein? Wenn er sich da mal nicht gewaltig irrt.
Abgesehen davon, dass ich persönlich weder diese einfältige Musikmischung von B. nicht mag, er mir als Sänger und Zeitgenosse mehr als unsympathisch ist (ich weiß auch nicht, ob er überhaupt singen kann; auch von Experten wird das bezweifelt), seine Auftritte mehr einem aufgezogenen Tanzbären gleichen, sind seine sogenannten "Expertenmeinungen" unterhalb der Gürtellinie und zeigen auch in keinster Weise Kompetenz. Eher ein unflätiges, ja asoziales Verhalten mit sexuell paranoiden Zügen.
Der Bloggerkollege Cor aus den Niederlanden schrieb einmal in einem Kommentar, ob es nicht überhaupt fragwürdig sei, solche Spezies zu zitieren. Recht hat er!
Aber damit man das auch richtig einschätzen kann, möchte ich dennoch einmal zwei Beispiele von den Castings zum Besten geben. Der/die geneigte Leser/in kann sich ja dann selbst ein Bild davon machen...
Zitat 1: "Ich glaube, dass du zu den Leuten gehörst, die keine Ahnung von Musik haben und denken, die Zauberflöte ist von Beate Uhse."
Zitat 2: "Wenn ich meinem Hund 'ne Currywurst in den Hintern schiebe, macht der auch solche Geräusche".
Nein lieber D.B., Du bist nicht "Dieter Teresa" wie du Dich auch mal bezeichnet hast, aber ich würde zu gern Dich mit der Currywurst in Deinem Hintern sehen und dann mal schauen, was Du dann dem Publikum zu sagen und zu bieten hast. Bis dahin bleibt diese Show aus unserem Fernseher jedenfalls verbannt. Und wenn RTL glaubt, damit bei einem Musikwettbewerb Quoten zu erhaschen, nun dann bleibt weiterhin in diesem Irrglauben. Bewertung Sendung und Unterhaltungswert: unterste Schublade! Das wird auch bald dem Dümmsten klar! Kurzum eine Zumutung für jeden Zuschauer!
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In jeder Minute, die man mit Ärger verbringt, versäumt man sechzig glückliche Sekunden.
William Maugham Somerset, brit. Schriftsteller, 1874-1965
Wenn die Menschen nur über Dinge reden würden, von denen sie etwas verstehen - das Schweigen wäre bedrückend.
Robert Lembke, dt. Showmaster, 1913-1989
Montag, 15. Januar 2007
Blauer Montag
Die Bezeichnung "Blauer Montag" entstand schon vor hunderten von Jahren, als die Kirchen montags noch mit blauen oder violetten Tüchern geschmückt und ausgekleidet wurden. Die Arbeitsfreiheit des Fastenmontags wurde bald auf die anderen Montage des Jahres ausgedehnt.
Das "Blau machen" aber geht wohl auf die arbeitsbedingte Pause im Färberhandwerk zurück. Man färbte die Wolle mit Indigo, der aus Färberwaid gewonnen wurde. Dies ist ein Farbstoff, der erst durch Sauerstoffzufuhr an Luft zur Farbe Blau umschlägt. Der Färber versetzte den Farbstoff mit Urin und ließ die Wolle über Nacht im Farbbad, um sie dann am nächsten Tag an der Luft trocknen zu lassen, wobei sich die blaue Farbtönung des Farbstoffs entwickelte. Im Mittelalter war der genaue chemische Ablauf noch nicht bekannt, die Färber wussten allerdings, dass die Farbstoffausbeute durch die Zugabe von Alkohol verbessert werden konnte.
Dieser wurde nun aber nicht einfach so zugegeben, sondern wie in alten Rezepten vermerkt wurde, eignete sich Urin von fettleibigen Männern, die viel Alkohol getrunken hatten, besonders gut. Blaufärben war also - abgesehen vom Gestank - eine angenehme Arbeit im Freien, bei der es auch noch reichlich Alkoholisches zu trinken gab.
Zum Färben der Stoffe wurden diese meist sonntags für mindestens 12 Stunden in das Färbebad eingetaucht. Die blaue Farbe auf den Textilstücken ergab sich jedoch erst, wenn diese längere Zeit an die Luft gehängt wurden. Immer wenn die Färbergesellen am Montag betrunken daneben lagen, um auf das Ergebnis zu warten, wusste jeder, dass blau gefärbt wurde. Â Diese Färbemethode wurde Anfang des 18. Jhd. abgelöst, die Redewendung "blau machen" blieb aber erhalten.
Eine weitere Variante:
blau, blau sein, blau machen, Blauer Montag, blaue Bohne, blauer Dunst leiten sich sämtlich ab vom jiddischen b´lo oder b´low = ohne ..., mit nichts her.
Das Wort "blau" deutet einfach die Negierung einer Tatsache oder eines Wertes an, so Salcia Landmann in "Jiddisch Das Abenteuer einer Sprache".
Welche Formen der Tag auch immer angenommen hat zeigt heute ein Streifzug durch das Internet. Dort findet man alles zu diesem Thema, blaue Blumen, die am Montag geknipst wurden, Schnappschüsse von Männerausflügen und natürlich auch die expressionistische Maler Franz Marc und Wassily Kandinsky (Blauer Reiter), nur nicht mehr den Hinweis auf die kirchliche Tradition. Eines muss man jedoch hinzufügen: Studien haben ergeben, das nicht der Montag, sondern der Dienstag ein klassischer Tag zum Blaumachen ist ...
In diesem Sinne einen guten Start in die neue Woche.
Sonntag, 14. Januar 2007
Schau mir in die Augen, Kleines
Das ist einer der berühmtesten Sätze der Filmgeschichte. Humphrey Bogart spricht ihn zu seiner Filmpartnerin Ingrid Bergman in "Casablanca". Der kantige Charme beider führte immer wieder zu der Frage: Ist er ein smarter Macho – oder doch ein hoffnungsloser Romantiker? Bei Blaine wird die Frage in "Casablanca" gelöst: Er entscheidet sich für die Liebe.
Bogey hieß eigentlich DeForest Bogart, wurde am 25.12.1899 in New York geboren und starb am 14.01.1957 in Los Angeles. Heute vor 50 Jahren starb wohl der "männlichste" aller männlichen Filmstars. Mit seinen Darstellungen harter, erfahrener, oftmals zynischer und konsequent einem inneren Moralkodex folgender Charaktere wurde er zu einer der schauspielerischen Ikonen des Zwanzigsten Jahrhunderts. 1999 wählte ihn das American Film Institute zum "größten männlichen amerikanischen Filmstar aller Zeiten". Der Kultfilm "Casablanca" war sicherich sein großer Durchbruch. Gegen Ende seines Lebens fand Bogart zu großen Charakterrollen in aufwändigen Produktionen. 1952 bekam er für seine Rolle in John Hustons klassischem Abenteuerfilm "African Queen" den Oscar. 1955 folgte seine letzte Nominierung für die Darstellung des psychotischen Kapitäns in "Die Caine war ihr Schicksal".
Was können wir als Männer von ihm lernen?
Nun er hatte jede Menge Charisma, Rollen als Softie wie in "Sabrina" waren eigentlich grauenhaft. Cool? Nein cool war Bogey eigentlich auch nicht. Er hatte immer einen weichen Kern, siehe Casablanca. Und genau da scheint unser Problem zu liegen. Frauen fordern zwar sensible Männer, lieben aber die harten Typen. Bogey würde man heute als Macho-Relikt belächeln, ein Typ ähnlich wie John Wayne oder auch Clint Eastwood. Qualmend und dauerdurstig erinnert er an das bürgerliche Leben des Ruhrpotts in den härtesten Tagen. Von sich behauptete er auch: "Was ich habe, ist Charakter in meinem Gesicht. Hat mich 'ne Menge langer Nächte und Drinks gekostet, das hinzukriegen." Gern ließ er sich über Frauen aus: "Ein kluger Mann widerspricht nie einer Frau. Er wartet, bis sie es selbst tut." Und: "Frauen, die lange ein Auge zudrücken, tun es am Ende nur noch, um zu zielen".
Heute sind unsere Stars irgendwie kuscheliger, ob Brat Pitt oder Leonardo Di Caprio. Die sind allesamt weichgespült und würden heute nicht mehr in das Bild eines Humphrey Bogart passen -Â hart, meistens gerecht und mit der Faust nicht geizend.
Man(n) hat sich spürbar verändert. Auch wenn wenn wir nur Whiskey trinken und schwarze Zigarren rauchen würden, es wäre nur ein stummer Schrei nach Liebe.
Aber einen anderen Punkt möchte ich nicht unerwähnt lassen. Es ist der historische Zusammenhang. Casablanca entstand im Sommer 1942, noch auf dem Höhepunkt des Dritten Reiches mit seiner Macht und seiner territorialen Ausdehnung. Ohne die Kriegswirren wäre eine solche (Liebes-)Geschichte wohl kaum möglich gewesen.
Auch das Thema "Afrika" scheint immer wieder Stoff für die Filmindustrie zu bieten. Zur Zeit zeigt das ZDF "Afrika, mon amour" ein Melodrama aus dem ersten Weltkrieg. Eine bewegende Lebens- und Liebesgeschichte einer jungen Frau (Iris Berben), die sich zu Zeiten des ersten Weltkrieges gegen alle gesellschaftlichen Konventionen stellt und sich völlig mittellos nach Afrika durchschlägt, wo sie ihre große Liebe findet. Afrika - ein Stoff aus dem die Träume sind.?
Doch kehren wir zurück zu Bogey, der Legende und dem Macho. Es gibt Set-Fotos da steht der große Bogart auf Holzklötzchen unter den Schuhen, weil ihm die Partnerin über den Kopf gewachsen ist und hätte da besser sagen können: "Ich kann dir in die Augen schauen."
Trotzdem Danke, Humphrey und Euch noch einen schönen, entspannten Sonntag.
Samstag, 13. Januar 2007
Zum Nachdenken ...
Jederzeit ein Engel sein
Jeder wünscht sich jeden Morgen
irgend etwas - je nachdem
Jeder hat seit jeher Sorgen,
jeder jeweils ein Problem.
Jeder jagt nicht jede Beute.
Jeder tut nicht jede Pflicht.
Jemand freut sich hier und heute.
Jemand anders freut sich nicht.
Jemand lebt von seiner Feder.
Jemand anders lebt als Dieb.
Jedenfalls hat aber jeder,
jeweils irgend jemand lieb.
Jeder Garten ist nicht Eden.
Jedes Glas ist nicht voll Wein.
Jeder aber kann für jeden
jederzeit ein Engel sein.
Ja, je lieber und je länger
jeder jedem jederzeit
jedes Glück wünscht, umso enger
leben wir in Ewigkeit.
James Krüss

Euch allen eine gute Zeit ...
Freitag, 12. Januar 2007
Wir sind dann mal ins Wochenende ...
Wir trollen uns dann mal ins Wochenende so wie Xmas, pfeifen auf das Sturmtief "Franz", hoffen, dass es ein "Fränzchen" wird und vertrauen darauf, dass die nächsten Tage ein wenig gemütlicher werden. Und wenn nicht...., dann dürft Ihr auch nicht traurig sein, denn wie sagte Dieter Bohlen bei einem Casting der letzten Superstar-Staffeln: "Du musst nicht traurig sein. Guck mal, Schweine können zum Beispiel nicht stabhochspringen und sind deshalb auch nicht traurig." ...smile

Na denn, wir wünschen Euch allen ein geruhsames und trockenes Wochenende.
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"Unsere Wünsche sind die Vorboten der Fähigkeiten, die in uns liegen."
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Donnerstag, 11. Januar 2007
Der Esel und das Pferd
Der Esel und das Pferd
Ein Esel, der nach der größten Anstrengung nicht einmal Streu genug erhielt, um seinen Hunger zu stillen, und unter seiner schweren Bürde kaum noch fortkriechen konnte, hielt ein schönes, prächtig geschmücktes Pferd für glücklich, weil es so gut und im Überfluß gefüttert würde. Ach, wie sehr wünschte er mit diesem Tiere tauschen zu können.
Allein nach einigen Monaten erblickte er dasselbe Pferd lahm und abgezehrt an einem Karren. "Ist dies Zauberei?" fragte er. "Beinahe", antwortete traurig das Pferd, "eine Kugel traf mich, mein Herr stürzte mit mir und verkaufte mich zum Dank um ein Spottgeld; lahm und kraftlos, wie ich jetzt bin, wirst du gewiß nicht mehr mich beneiden und mit mir tauschen wollen."
Wie oft das größte Glück zerstört ein Augenblick!
Eine Fabel von Aesop, der angeblich Mitte des 6. Jahrhunderts vor Christus lebte. Die ihm zugeschriebenen Fabeln gehen wahrscheinlich auf mündliche Überlieferung zurück.

Zur Zeit fühle ich mich auch wie das Pferd. Draußen Dunkelheit, Regen und orkanartige Böen mit bis zu 120 km/h. Man sagt, dass sei Wetter?
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Das starke Schiff der Liebe trägt uns auch über die stürmischten Wogen.
Aus dem Griechischen
Mittwoch, 10. Januar 2007
Erinnerungen ans Weihnachtfest werden entsorgt ...
Die Müllabfuhr ist in diesen Tagen damit beschäftigit, die letzten Spuren vom Weihnachtsfest zu entsorgen. Die ehemals dekorativen und geschmückten Prachtstücke landen nun lieblos am Straßenrand und warten auf ihre Entsorgung. Damit schwinden auch die letzten Erinnerungen an das frühlingshafte Weihnachtsfest 2006. Der Alltag hat wieder Einzug gehalten, die Weihnachtsutensilien werden in besonderen Kisten und Kartons verstaut. Der Trost: Das Warten auf das Christkind dauert nur knapp 1 Jahr. Was uns das Fest dann bescheren wird, wer weiß ...?

Sie haben nun absolut ausgedient, tschüss zur Entsorgung auf den Kompost ...

Dieser hier muss offensichtlich noch aus der Modellreihe 2005 stammen. Da hängt ja nun gar keine Nadel mehr dran ...
Wesentlich romantischer muss es da zu Zeiten von Christian Morgenstern zugegangen sein wie das nachfolgendende Gedicht zu berichten weiß ...
Das Weihnachtsbäumlein
Es war einmal ein Tännlein
mit braunen Kuchenherzelein
und Glitzergold und Äpflein fein.
Und vielen bunten Kerzelein:
Das war am Weihnachtsfest so grün,
als fing es eben an zu blühn.
Doch nach nicht gar zu langer Zeit,
da stands im Garten unten,
und seine ganze Herrlichkeit
war, ach, dahingeschwunden.
Die grünen Nadeln war`n verdorrt,
die Herzlein und die Kerzlein fort.
Bis eines Tag`s der Gärtner kam,
den fror zu Haus im Dunkeln,
und es in seinen Ofen nahm. -
Hei! Tat`s da sprühn und funkeln!
Und flammte jubelnd himmelwärts
in hundert Flämmlein
an Gottes Herz.
von Christian Morgenstern
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Und wäre Jesus tausendmal in Bethlehem geboren, aber nicht in dir, du wärest dennoch verloren.
Angelius Silesius (1624-1677)Â






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